Seelische Gesundheit , zum Ordnungsbegriff: Seelische Gesundheit - 12. Januar 2010
Am 10. Oktober ist der internationale Tag der seelischen Gesundheit. Er wurde 1992 von der World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Anlässlich dieses Welttages finden in Deutschland zahlreiche Informationstage, Aktionswochen und Veranstaltungen statt. Gemeinsames Ziel der Events: Über Aspekte der Prävention und Therapie psychischer Erkrankungen zu informieren und auf die Belange psychisch erkrankter Menschen aufmerksam zu machen.
Fast jeder Dritte leidet einmal in seinem Leben an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Rund zehn Prozent der Fehltage bei den aktiv Berufstätigen gehen auf Erkrankungen der Psyche zurück. Mittlerweile zählen Depressionen, Alkoholerkrankungen, bipolare Störungen und Schizophrenien weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Schon lange sprechen Experten von Volkskrankheiten. Doch erst in den letzten Jahren wird dieses Problem auch zunehmend in der Gesellschaft diskutiert.
Aktionsbündnis unter Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Philipp Rösler
Mit dem Ziel, verstärkt über psychische Erkrankungen aufzuklären und die Initiativen zur Förderung der seelischen Gesundheit zu vernetzen, wurde vor einigen Jahren mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit ins Leben gerufen. Zu den mittlerweile über 60 Mitgliedern des Bündnisses zählen die Selbsthilfe-Verbände sowie zahlreiche Vertreter aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik, darunter die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde sowie der Verein Open the doors als Initiatoren des Netzwerks.
Bundesminister Dr. Rösler:
"Die Bekämpfung der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und der von ihnen betroffenen Menschen ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche und gesundheitspolitische Aufgabe.
Obwohl jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens von einer psychischen Erkrankung betroffen ist, sind diese nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu mit schwerwiegenden Folgen für den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit klärt über psychische Erkrankungen auf und wirkt der Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen entgegen.
Als zuständiger Bundesminister habe ich gerne die Schirmherrschaft für dieses Bündnis übernommen.“
Das Ministerium sieht in dem Aktionsbündnis einen wichtigen Baustein, um die Aufklärungsarbeit in Deutschland in ihrer Breitenwirkung durch Vernetzung und Koordinierung zu stärken. Die Diagnose „psychisch krank“ stellt nach wie vor ein Tabu in unserer Gesellschaft dar. In der Folge treffen Menschen mit psychischen Erkrankungen oft auf Vorurteile und Ausgrenzung. Das Stigma, das einer psychischen Erkrankung angelastet wird, erweist sich für die Betroffenen als schwerwiegende zusätzliche Belastung und kann dem Gesundungsprozess negativ entgegenstehen. Daher fördert das Bundesministerium für Gesundheit seit Mitte 2008 ein 3-jähriges Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Aktionstage bieten Plattform zur Aufklärung
Für viele Menschen ist die Hürde, sich bei psychischen Gesundheitsproblemen professionelle Hilfe zu holen, immer noch sehr hoch. Hier setzen die Aktionstage rund um den Welttag der seelischen Gesundheit an. So kann der Besuch eines Kinofilms zum Thema mit anschließender Expertendiskussion unterstützen, einen ersten Zugang zu bekommen. Die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung bietet die Möglichkeit, unkompliziert mit Fachärzten oder Vertretern der Selbsthilfegruppen vor Ort in Kontakt zu kommen. Tage der offenen Tür eröffnen Betroffenen die Möglichkeit, sich über Therapie- und Rehabilitationsangebote zu informieren.
Kontakt:
Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit
eMail: koordination@seelischegesundheit.net
Tel.: 030 / 2404 77 214
www.aktionswoche.seelischegesundheit.net
