Kindergesundheit , zum Ordnungsbegriff: Kindergesundheit - 17. Februar 2009
- Prävention und Gesundheitsförderung ausbauen
- Gesundheitliche Chancengleichheit fördern
- Gesundheitliche Risiken mindern
- Situation beobachten, Grundlagen erforschen und Risiko- und Schutzfaktoren ermitteln
Trotz der insgesamt guten gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind ihre Chancen auf ein von Krankheit und Gesundheitsstörungen unbelastetes Leben nicht gleich verteilt. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien leiden unter erhöhten Gesundheitsrisiken durch den Lebensstil und die Lebensumstände der Familien. So sind Kinder in den unteren Sozialschichten überdurchschnittlich häufig von Verkehrsunfällen, verschiedenen Krankheiten, Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten betroffen. Teilweise treffen die Befunde auch auf Kinder aus Migrantenfamilien zu.
Die Bundesregierung hat deshalb die "Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit" beschlossen. Ausgangspunkt der Strategie ist das Ergebnis des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys. Darin sind erstmalig umfassende und repräsentative Daten zur Gesundheit, zum Gesundheitsverhalten und zur Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zusammengestellt worden. Mit der Strategie Kindergesundheit bündelt die Bundesregierung die verschiedenen Initiativen zur Förderung der Kindergesundheit, die weit über das Gesundheitswesen hinaus in alle Bereiche hineinwirken.
Die Strategie enthält Initiativen zu folgenden zentralen Handlungsfeldern:
Prävention und Gesundheitsförderung ausbauen
Die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder werden ausgebaut und die Beteiligung an Impfungen soll weiter erhöht werden. Zum 1. Januar 2009 wurde z. B. eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen bei Neugeborenen als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Maßnahmen, die in einem Nationalen Aktionsplan festgelegt werden, sollen helfen, der Fehlernährung und dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Der Nichtraucherschutz bei Jugendlichen wird weiter gefördert. So gilt die Anhebung der Altersgrenze für die Abgabe von Tabakwaren auf 18 Jahre seit dem 1. Januar 2009 auch für die Tabakautomaten Gleichzeitig werden neue problematische Formen des Alkoholkonsums gezielt bekämpft
Gesundheitliche Chancengleichheit fördern
Frühe und aufsuchende Hilfen sollen verstärkt Familien in belasteten Lebenslagen erreichen. Mit dem Aktionsprogramm "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" fördert die Bundesregierung den Schutz von Kindern unter drei Jahren vor Vernachlässigung und Misshandlung. Ziel ist es, die elterliche Erziehungskompetenz in den Bereichen Gesundheit und Ernährung durch Informations- und Aufklärungsmaßnahmen und Angebote der Gesundheits- und Familienbildung zu fördern.
Gesundheitliche Risiken mindern
Durch verschiedene Maßnahmen sollen Unfälle im Heim- und Freizeitbereich ebenso wie im Straßenverkehr weiter verringert werden. Belastungen aus der Umwelt sollen reduziert und Arzneimittel für Kinder sollen sicherer werden.
Situation beobachten, Grundlagen erforschen und Risiko- und Schutzfaktoren ermitteln
Ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring wird Präventionserfolge überprüfen und künftige Trends bei der Kindergesundheit erkennen helfen. Unterstützt wird dies durch gezielte Forschung, die ermöglicht, dass Schutz- und Risikofaktoren für die gesundheitliche Entwicklung der Heranwachsenden noch besser identifiziert werden können.
Weitere Navigationsmöglichkeiten zum Artikel
-
Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit
Acrobat-Datei (PDF) 1.7 MB -
Broschüre des RKI und der BZgA "Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland"
Acrobat-Datei (PDF) 3.4 MB -
Informationen zur Tagung "Kinder in eine gesunde Zukunft" von Dezember 2008
Acrobat-Datei (PDF) 5.3 MB

