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Medikamentenabhängigkeit , zum Ordnungsbegriff: Drogenbeauftragte - 21. Mai 2008

Situation in Deutschland

In Deutschland sind schätzungsweise 1,4–1,9 Mio. Menschen medikamentenabhängig. Mehrheitlich Frauen und ältere Menschen sind von dieser "stillen" - weil nach außen nicht ohne weiteres erkennbaren- Sucht betroffen. mehr erfahren

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung will die Öffentlichkeit und Fachpresse verstärkt auf das Thema aufmerksam machen. Sie unterstützt Bemühungen, neue Wege und Lösungen für die Behandlung und Prävention von Medikamentenabhängigkeit zu finden. Weitere Studien und Projekte können dazu einen Beitrag leisten. Schwerpunkte sind dabei die Verbesserung der Datenlage zur Medikamentenabhängigkeit, die bessere Erreichbarkeit für betroffene Menschen durch das Suchthilfesystem sowie die Verschreibungspraxis.

Studie "Repräsentative Erhebung zum Umgang mit suchtmittelabhängigen älteren Menschen in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen"

Die wachsende Zahl älterer Menschen wird auch zu einer wachsenden Zahl von Men­schen mit Suchtproblemen in dieser Altersgruppe führen. Nach einer Studie, die das Bun­desgesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, ist davon auszugehen, dass derzeit ca. 14 % der Menschen, die von ambulanten Pflegediensten und in stationären Einrichtungen betreut wer­den, Alkohol- oder Medikamentenprobleme haben. Einige Einrichtungen verfügen über festgelegte Konzepte zum Umgang mit Menschen mit Suchtmittelproblemen. Zugleich besteht die Notwendigkeit zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen Alten- und Suchthilfe. Studie

mehr erfahren zu Sucht im Alter

Studie "Möglichkeiten und Defizite in der Erreichbarkeit ausgewählter Zielgruppen durch Maßnahmen und Materialien zur Reduzierung von Medikamentenmissbrauch und –abhängigkeit"

Eine vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen aus dem Jahr 2006 analysiert Möglichkeiten und Defizite in der Erreichbarkeit ausgewählter Zielgruppen (sozial benachteiligte Frauen und ältere Menschen) durch Maßnahmen und Materialien zur Reduzierung von Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit. Grundlage der Studie sind aktuelle Forschungsergebnisse und Beispiele aus der Praxis. Studie

Studie „Motivierende Intervention bei Medikamentenabhängigen im Krankenhaus“

Aus anderen Verhaltensbereichen wie dem Rauchen ist bekannt, dass eine Krankenhausaufnahme ein Ereignis ist, aufgrund dessen die Betroffenen besonders gut für eine Verhaltensänderung zu motivieren sind. Im Rahmen der vom BMG geförderten Studie „Motivierende Intervention bei Medikamentenabhängigen im Krankenhaus“ (MIMIK) von November 2005 bis Ende 2008 wurde die Wirksamkeit einer proaktiven Intervention auf Basis motivierender Gesprächsführung bei Medikamentenabhängigen überprüft. Abschlussbericht

Projekt PHAR-MON

Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte und vom IFT in München durchgeführte Projekt PHAR-MON ist ein europaweit einmaliges Monitoring-System, das deutschlandweit den missbräuchlichen und abhängigen Konsum von Arzneimitteln unter Klientinnen und Klienten ambulanter Suchtberatungsstellen erfasst. Das Projekt beobachtet vor allem den missbräuchlichen Arzneimittelkonsum von Klienten mit Alkohol- oder drogenbezogenen Störungen. mehr erfahren

Informationen für Ärzte und Apotheker

Von Seiten der Bundesregierung wurden bereits Initiativen zur Verbesserung der Informationsmöglichkeiten der Ärzte- und Apothekerschaft sowie der Patentienten gestartet. Denn den Ärzten und Apothekern kommt eine wichtige Verantwortung zu, weil sie den Zugang zu den Medikamenten kontrollieren.

Die Bundesärztekammer (BÄK) im Jahr 2007 einen Leitfaden "Medikamente - schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit" erstellt, der insbesondere niedergelassenen Ärzten eine Hilfestellung bei der Ansprache, Diagnostik und Therapie von Patienten mit kritischem Medikamentenkonsum geben soll. Merkblatt der BÄK
Dieser Leitfaden wird seit Herbst 2008 evaluiert. mehr erfahren

Auch die Apotheker verstärken ihr Engagement gegen die Abhängigkeit von Medikamenten und den Missbrauch von Arzneimitteln. Die Bundesapothekerkammer hat im Juni 2008 ebenfalls einen Leitfaden "Medikamente: Abhängigkeit und Missbrauch“ veröffentlicht. mehr erfahren Pressemitteilung

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Ein erhebliches Suchtpotential haben die so genannten psychotropen Medikamente. Das größte Abhängigkeitspotential haben Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. mehr erfahren

Schmerzmittel

Rezeptpflichtige Mittel, wie Opiate oder Opioide oder auch Kodein und/oder Koffein enthalten, gehören ebenso wie rezeptfreie Schmerzmittel zu den problematischen Medikamentengruppen.

Psychostimulantien

Auch Psychostimulantien haben an Bedeutung zugenommen.
Ein in den letzten Jahren in Öffentlichkeit und Wissenschaft sehr umstrittenes Psychostimulantium ist der Wirkstoff Methylphenidat, der in den Medikamenten Ritalin und Medikinet enthalten ist und zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt wird. Die Therapie ist als multimodales Behandlungsangebot definiert.
Nur ein Teil der betroffenen Kinder bedarf der medikamentösen Therapie. Eckpunkte der Ergebnisse der vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung durchgeführten interdisziplinären Konsensuskonferenz zur Verbesserung der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Pressemitteilung Eckpunkte

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat zu ADHS eine Informationsbroschüre herausgegeben.

Doping

Die Rahmenbedingungen zur Bekämpfung des Dopings im Sport wurden in den vergangenen Jahren national und international verbessert. In Deutschland ist 2007 das Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport sowie eine Dopingmittel- Mengen-Verordnung in Kraft getreten. Die Bundesregierung wird im Jahr 2012 einen Bericht über die Auswirkungen des Gesetzes vorlegen. mehr erfahren

Die Verwendung von Dopingmitteln ist nicht nur im Spitzensport ein Problem. Wie ein im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes vom Robert Koch-Institut veröffentlichter Bericht zeigt, missbrauchen ebenfalls Sportler im Freizeitbereich trotz erheblicher Gesundheitsrisiken Dopingsubstanzen zur Leistungssteigerung und Körperveränderung. Demnach sind die Substanzen leicht zu beschaffen. Zudem finden Dopingkontrollen im Freizeitsport nicht statt und die vielfältigen Präventionsbemühungen sind bislang wenig aufeinander abgestimmt. Infolge dessen ist vor allem für junge Männer das Gefährdungspotential hoch.

Die Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, lud am 25. November 2008 in Berlin zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Muskeln auf Pump – Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und Breitensport“ ein. Experten aus dem Profi- und Freizeitsport diskutierten über den Anabolikamissbrauch in Fitnessstudios und in Jugendfreizeitzentren. mehr erfahren

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