Glossar V-Y

Versorgungsforschung

    Die Versorgungsforschung untersucht die Strukturen und Prozesse unseres Gesundheitssystems unter Alltagsbedingungen. Forschungsgegenstand können zum Beispiel sein: die Verordnung von Arznei-, Hilfs- und Heilmitteln, die Qualität der Versorgung mit diagnostischen und therapeutischen Methoden oder der Nutzen und die Risiken des Einsatzes von medizinischen Geräten. Die Versorgungsforschung dient der gesundheitspolitischen Steuerung und ermöglicht Entscheidungen über Versorgungsleistungen auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Unter anderem beteiligen sich das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Deutsche Rentenversicherung, der GKV-Spitzenverband und der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. an verschiedenen Projekten im Rahmen der Versorgungsforschung.

    Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz wurden die Regelungen zur Datentransparenz (§§ 303a ff SGB V) neu konzipiert und mit der Datentransparenzverordnung (DaTraV) konkretisiert. Damit wird nun auch die Datengrundlage für die Versorgungsforschung verbessert. Künftig können die Daten aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) auch zu Zwecken der Versorgungsforschung und der Weiterentwicklung des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden. Diese Daten werden von einer Datenaufbereitungsstelle pseudonymisiert gespeichert und aufbereitet. Die Aufgaben dieser Stelle werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wahrgenommen. Zugriff auf die Daten erhalten neben den Partnern der Selbstverwaltung und den Leistungserbringerorganisationen zum Beispiel auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das Institut des Bewertungsausschusses und der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten.

    Diese Daten sind deshalb so wertvoll, weil die Versorgungsforschung auf ihrer Grundlage Analysen vornehmen kann, die bei Entscheidungsprozessen über die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland helfen. Dies gilt vor allem für vor allem für Untersuchungen über längere Zeiträume. Mit dem GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) wurde die vorhandene Datenbasis zudem um eine regionale Auswertungsmöglichkeit erweitert. 

    Auch das nach den Regelungen GKV-FQWG neu zu gründende Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen wird verstärkt sog. Routinedaten (z.B. Abrechnungs- und Leistungsdaten) zur Erhebung und Darstellung der Versorgungsqualität nutzen. Diese Routinedatennutzung soll insbesondere dazu dienen, ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand Qualitätsdefizite möglichst frühzeitig zu erkennen und mit gezielten Qualitätssicherungsmaßnahmen gegensteuern zu können.

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