Zahl des Monats Januar

150 Minuten und mehr körperlich anstrengende Aktivität pro Woche…

…unternehmen rund 22% der Bevölkerung für Ihre Gesundheit.
Was ist darunter zu verstehen und wozu ist das gut?

"Holy four" und RABE

Vier Faktoren werden im Gesundheitsverhalten als besonders wichtig betrachtet. Im englischen Sprachraum werden sie als "holy four" bezeichnet, im Deutschen findet man dafür häufig das Akronym RABE. Es steht für: Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegung und Ernährung. Bewegung – und damit körperliche Aktivität – gilt somit, neben mäßigem Alkoholkonsum, gesunder Ernährung und einem Nikotinverzicht, als wichtige Ressource für Gesundheit und ein möglichst langes, beschwerdefreies Leben mit hoher Lebensqualität, die jeder Einzelne steuern und mitbestimmen kann.

Was heißt körperlich anstrengend?

Unter körperlich anstrengender Aktivität versteht man eine Tätigkeit, bei der Atmung und Pulsschlag so erhöht werden, dass man leicht ins Schwitzen gerät.
Noch vor wenigen Jahren zählten bei Untersuchungen hierzu nur die Aktivitäten, die in der Freizeit wahrgenommen wurden. Es galt die Empfehlung, sich an mindestens 3 Tagen in der Woche für je 30 Minuten – oder in je drei Intervallen von 10 Minuten – entsprechend zu bewegen.  Also mindestens 90 Minuten in der Woche.
Inzwischen werden bei Studien auch die Aktivitäten im Haushalt, bei der Arbeit und beispielsweise bei Transporttätigkeiten berücksichtigt, mit denen dieses Ziel umgesetzt wird. Menschen, die eine körperlich anstrengende Berufstätigkeit verrichten, erreichen die Werte dann durch ihre Arbeit. Personen mit keiner oder nur geringer körperlicher Aktivität am Arbeitsplatz können dies durch Sport oder andere Bewegung im Alltag wie z.B. Gehen, Treppensteigen oder auch Garten- oder Hausarbeit ausgleichen.
Die Berücksichtigung dieser weiteren Lebensbereiche hat dazu geführt, dass die Empfehlungen angepasst wurden. Als internationaler Konsens gilt nunmehr:

  •     Erwachsene mindestens 150 Minuten mäßig anstrengende, ausdauerorientierte körperliche Aktivität oder 75 Minuten anstrengende körperliche Aktivität über eine Woche verteilt
  •     Kinder täglich mindestens 60 Minuten mäßig bis sehr anstrengende körperliche Aktivität.
  •     Ältere Menschen: wie bei "Erwachsenen"; bei mobilitätseingeschränkten Personen werden zudem dreimal wöchentlich Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen empfohlen, um das Sturzrisiko zu senken

Nichts leichter als das?

21,6% aller Teilnehmer am Telefonischen Gesundheitssurvey "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA) des Jahres 2008/09 gaben an, dass sie fünf Mal und mehr in der Woche mindestens 30 Minuten anstrengende körperliche Aktivitäten ausüben. Weitere 20,6% der Befragten sind mehr als 2,5 Stunden in der Woche körperlich aktiv -  dies jedoch an weniger als fünf Tagen in der Woche. Mehr als die Hälfte (58%) der Antwortenden erreichte aber nicht einmal die Mindestempfehlung von 150 Minuten anstrengender körperlicher Aktivität in der Woche. 

Sich mehr bewegen – was bringt das?

Bei vielen so genannten "Zivilisationskrankheiten", die erst durch unsere heutigen Lebensgewohnheiten häufiger auftreten, gilt Bewegungsmangel als erwiesener Risikofaktor. So bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas, Stoffwechselerkrankungen, Tumorerkrankungen und verschiedenen Erkrankungen des Skelett- und Muskelapparats. Mehr körperliche Aktivität kann helfen, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer solchen Erkrankung zu senken oder bereits bestehende Beschwerden zu lindern, sie kann darüber hinaus das Wohlbefinden und damit die seelische Gesundheit positiv beeinflussen.

In jedem Alters- bzw. Lebensabschnitt hat Bewegung eine spezifische Bedeutung. In der Kindheit fördert sie die motorische, kognitive, psychosoziale und emotionale Entwicklung. Bei Erwachsenen erhält sie die Leistungsfähigkeit im Beruf- und Privatleben. Mit zunehmendem Alter wirkt sie unterstützend, um den physischen Abbau zu verzögern. So bleibt nicht nur körperliche Fitness, sondern auch die Bewegungsfähigkeit und damit die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit länger erhalten.

Mehr Information zu diesem Thema erhalten Sie hier:

www. in-form.de
www.rki.de
www.bzga.de

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