Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet. Unmittelbares Ziel der Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen. Ein sicherer Schutz für die Allgemeinheit kann nur dann wirklich effektiv sein, wenn die Impfquote auf einem durchgehend hohen Niveau liegt.
In Deutschland besteht keine gesetzliche Impfpflicht. Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) ein unabhängiges Expertengremium für Impfempfehlungen berufen. Die STIKO empfiehlt, welche Impfungen von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit sind, um übertragbaren Krankheiten vorzubeugen. Gesetzlich Versicherte haben einen kostenfreien Anspruch auf empfohlene Schutzimpfungen und müssen dafür auch keine Praxisgebühr bezahlen. Allerdings sind Schutzimpfungen für private Auslandsreisen hiervon ausgenommen.
Schutzimpfungen werden inzwischen deutlich vermehrt in Anspruch genommen. Bei den Impfungen im Kindesalter wie bei den Grippeschutzimpfungen haben sich die Impfquoten in den letzten zehn Jahren kontinuierlich erhöht. Allerdings bestehen Defizite beim Impfschutz von Kindern gegen Pertussis, Hepatitis B und den zweiten Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln. Einen unzureichenden Impfschutz weisen auch Jugendliche und Erwachsene auf. Insbesondere liegen die Quoten bei der Masernimpfung noch unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.
Im Blickpunkt: HPV-Impfung
Humane Papillomaviren gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern, mit denen sich etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens anstecken. Es sind mehr als 100 verschiedene Typen dieses Erregers bekannt. Insbesondere die Hochrisikotypen HPV 16 und 18 können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich in seltenen Fällen Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann. Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) deshalb die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren.
Übersicht aller empfohlenen Schutzimpfungen
Säuglinge, Kinder und Jugendliche
- Hepatitis B
- Diphtherie
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Poliomyelitis (Polio, Kinderlähmung)
- Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
- Pertussis (Keuchhusten)
- Masern
- Mumps (Ziegenpeter)
- Röteln
- Varizellen (Windpocken)
- Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können)
- Meningokokken (Bakterien, die Gehirnhautentzündungen auslösen können)
Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren
- humane Papillomaviren (Humane Papillomaviren, Auslöser von Gebärmutterhalskrebs)
Erwachsene
- Poliomyelitis (Polio, Kinderlähmung), Regelimpfung bei Erwachsenen ohne Grundimmunisierung und einer Auffrischimpfung
Auffrischungsimpfungen - Diphtherie (alle 10 Jahre)
- Tetanus (Wundstarrkrampf, alle 10 Jahre)
- (Wundstarrkrampf) (alle 10 Jahre)
- Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten fälligen Impfung gegen Diphtherie und Tetanus
- Masern (für alle nach 1970 Geborenen über 18 Jahre), die noch nicht bzw. nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.
Erwachsene über 60 Jahre
- Influenza (Grippe, jährlich)
- Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können)
Personen bestimmter Alters- oder Risikogruppen und deren Angehörige
- Influenza (Grippe)
- Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können)
- Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
- Haemophilus influenza Typ b (Hib)
- Hepatitis A und B
- Meningokokken
- Varizellen (Windpocken)
- Pertussis (Keuchhusten)
- Poliomyelitis (Polio, Kinderlähmung)
- Röteln
- Tollwut
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