Keine Magermodels mehr auf Laufstegen
Um eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Essstörungen anzustoßen, hat "Leben hat Gewicht" einiges auf den Weg gebracht und unterschiedliche Maßnahmen und Projekte gebündelt. So erarbeitete die Initiative zum Beispiel gemeinsam mit der Mode- und Modelbranche eine Charta.
Nationale Charta für die Mode- und Modelbranche
Die Initiative hat mit der Mode- und Modelbranche eine nationale Charta erarbeitet, die am 11.Juli 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Charta soll Vorreiter für andere Branchen sein. Dabei geht es um die Selbstverpflichtung, keine magersüchtigen Models zu vermarkten. Es soll ein positiver Prozess des Umdenkens in Gang gesetzt werden, um auf ein gesundes Körperbild und Schlankheitsideal hinzuwirken.
Modellprojekt zur Stärkung der Selbsthilfepotentiale
Mit dem Modellprojekt des Dick und Dünn e.V. "Wenn das Essen zum Problem wird …" wird das Selbsthilfepotential von Betroffenen gestärkt. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt seit 2008 für drei Jahre mit rund 250.000 Euro. Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Etablierung von internetbasierten betreuten Selbsthilfegruppen vorgesehen, da dort Hilfsangebote oft nur schwer zu erreichen sind. Fortbildungsangebote finden Sie unter www.dick-und-duenn-berlin.de.
Bewertung von Beratungsstellen durch die BZgA
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) bewertet derzeit bundesweit die verschiedenen Beratungsstellen. Damit sollen Betroffene eine bessere Entscheidungsgrundlage haben, das für sie geeignete Angebot zu finden.
Initiative für wahre Schönheit
Das Bundesgesundheitsministerium unterstützt die Initiative für wahre Schönheit von Dove. Die Jugendkampagne "Gut Drauf" der BZgA soll erweitert werden. Gemeinsam mit der Initiative für wahre Schönheit und dem Frankfurter Zentrum für Essstörungen soll das Selbstwertgefühl junger Menschen, insbesondere von Mädchen, gestärkt werden. Dies zeigt, dass durch das gemeinsame Zusammenwirken, einzelne Vorhaben gebündelt und Synergien genutzt werden können.
Einbindung von Essstörungen in den Nationalen Aktionsplan zur Prävention
Essstörungen werden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten thematisiert. Damit soll das Ess- und Bewegungsverhalten verbessert werden. Der Aktionsplan wurde gemeinsam mit den Ländern und Kommunen erarbeitet.
Schwerpunktthema Gesundheit im 13. Kinder- und Jugendbericht
Der 13. Kinder- und Jugendbericht rückt das Thema Gesundheit erstmals in den Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik. Der Bericht wird bis Ende 2008 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erarbeitet. Er soll Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen zur Vermittlung gesunder Essgewohnheiten und der selbstbewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper liefern. Enthalten sein sollen u.a. Maßnahmen gegen Essstörungen und neue Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich gesundheitsbezogener Prävention. Ebenfalls werden Vorschläge für passgenaue Beratung und Unterstützung für Familien gemacht, in denen Kinder schon von Krankheiten betroffen sind.
Förderung der Forschung im Bereich Essstörungen
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert Forschungsprojekte zum Thema Essstörungen mit mehr als 7 Millionen Euro. Ziel ist eine schnelle Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis. Beispiele für geförderte Projekte sind: Im Bereich Psychotherapie arbeitet der Forschungsverbund EDNET (Eating Disorders Diagnostic and Treatment Network). Die Forscherinnen und Forscher optimieren Verhaltenstherapien und entwickeln Methoden gegen Rückfälle. Gemeinsam mit anderen Expertinnen und Experten haben die Mitglieder des EDNET im März 2006 die Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) gegründet. Im Bereich Präventionsforschung arbeitet in Jena das Projekt „PriMa – Primärprävention Magersucht“: Mädchen ab der sechsten Klasse bearbeiten am Beispiel von Barbie-Puppen typische Situationen einer Magersucht. Sie lernen dabei, die Dynamik aus idealisierter Schlankheit, Sehnsucht nach Anerkennung und rücksichtsloser Instrumentalisierung des eigenen Körpers zu durchbrechen. Im Bereich der „Ernährungsbildung“ leistet das BMBF im Ganztagsschulprogramm einen wichtigen Beitrag, dass Kinder und Jugendliche ein gesundes Essverhalten entwickeln.
Qualitätsoffensive in Kindertageseinrichtungen
Mit der Qualitätsoffensive von Bund und Ländern in Kindertageseinrichtungen wird Kindern ein gesundes Ernährungverhalten und ein positives Körpergefühl vermittelt. Mit Grundregeln zur ausgewogener Ernährung, auseichender Bewegung und zum Umgang mit Stress werden Kindern Wege zu einer gesunden Entwicklung ihrer Persönlichkeit aufgezeigt.
Vorgehen gegen "Schlankheitswahn" fördernde Medien
Das Bundesfamilienministerium wird in Kooperation mit den Ländern und Verbänden die Medienkompetenz von Eltern und Kindern stärken und darauf drängen, dass auf allen zuständigen Ebenen rigoros gegen den „Schlankheitswahn“ fördernde Medien und Inhalte vorgegangen wird. Hinweise nehmen beispielsweise entgegen: jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de, bundespruefstelle.de.
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