Nationaler Krebsplan

Ausgangslage – Was haben wir bisher in der Krebsbekämpfung erreicht?

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Die deutsche Gesundheitspolitik räumt der Krebsbekämpfung seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein. In den zurückliegenden Jahrzehnten und letzten Jahren wurden grundlegende Verbesserungen und Fortschritte für die Bevölkerung in Deutschland erreicht:

  • im Bereich der Verringerung bekannter Krebsrisikofaktoren mit Hilfe der Tabakprävention durch Verabschiedung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes und der Nichtraucherschutzgesetze auf Länderebene, der Umsetzung der Tabakrahmenkonvention der WHO (FCTC) und den Rauch-frei-Kampagnen (z.B. der Erwachsenenkampagne www.rauchfrei-info.de sowie der Jugendkampagne www.rauch-frei.info),
  • im Bereich der Alkoholprävention durch Kampagnen wie z.B. den Jugendkampagnen www.kenn-dein-limit.info und www.bist-du-staerker-als-alkohol.de sowie der Erwachsenenkampagne www.kenn-dein-limit.de,
  • mit Hilfe von Primärprävention auf den Gebieten UV-Strahlung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel (z.B. www.in-form.de).
  • in der Sekundärprävention durch die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennungs­programme der Krankenkassen (www.g-ba.de/downloads/62-492-510/RL_KFU_2010-12-16.pdf),
  • auf dem Gebiet des umwelt- und arbeitsplatzbezogenen Krebsschutzes,
  • bei der Krebsbehandlung durch die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen (Modellprogramm der Bundesregierung zur Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten: zwischen 1981 und 1990 Aufbau von 24 Tumorzentren an Universitäten und von 34 Onkologischen Schwerpunkten an größeren Krankenhäusern der alten Bundesländer sowie weiteren 10 Tumorzentren und 12 Onkologischen Schwerpunkten in den neuen Bundesländern von 1991 bis 1996),
  • in der onkologischen Rehabilitation,
  • in der Palliativmedizin durch finanzielle Unterstützung der Bundesregierung zur Einrichtung von Palliativeinheiten für eine umfassende medizinische und psychosoziale Betreuung von Krebspatienten,
  • im Bereich der Krebsinformation für Betroffene u. a. durch den inzwischen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Gesundheit geförderten Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (www.krebsinformation.de) mit einer neu eingerichteten KID-Telefondienst-Außenstelle in Dresden,
  • beim Aufbau von Krebsregistern (mehr erfahren über Krebsregister unter: www.gekid.de, www.rki.de/krebs, www.krebsdaten.de, www.tumorzentren.de, www.koqk.de) und nicht zuletzt
  • in der Krebsforschung (www.bmbf.de/de/1240.php).

Zusätzlich wurden mit den Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung zahlreiche krankheitsübergreifende Maßnahmen beschlossen, die auch Krebskranken zu Gute kommen.

Hierzu zählen z.B. die

  • Stärkung der hausärztlichen Versorgung,
  • Einführung der integrierten Versorgung,
  • Einführung der strukturierten Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme – DMP; damit wurde für Frauen mit Brustkrebs ein wichtiges Angebot einer evidenzbasierten und qualitätsgesicherten Brustkrebsbehandlung und -nachsorge geschaffen. Derzeit sind über 120.000 Frauen in ein zugelassenes DMP für Brustkrebs eingeschrieben.),
  • Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung,
  • Verbesserung des Leistungsanspruchs gesetzlich Versicherter auf zulassungsüberschreitende Anwendung von Arzneimitteln in der ambulanten Versorgung (Off-Label-Use),
  • Einführung der Patientenbeteiligung in Gremien der gesetzlichen Krankenversicherung,
  • Stärkung der ambulanten Palliativversorgung,
  •  Maßnahmen zur Förderung der Qualitätssicherung im ambulanten und stationären Bereich sowie die
  • Unterstützung der Versorgungsforschung.

Hinzu kommen zahlreiche Initiativen von Fachgesellschaften, Selbsthilfe- und Patientenorganisationen, z. B. die aktuellen Initiativen der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe zur Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen (Förderung onkologischer Spitzenzentren: www.krebshilfe.de/spitzenzentren.html) und zur Förderung der Leitlinienentwicklung in der Onkologie (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/).

Dank der genannten Aktivitäten in den Bereichen Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen seit den 70er Jahren deutlich verbessert. Nach den Ende 2013 veröffentlichen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) betragen für alle in 2009 und 2010 neu aufgetretenen Krebserkrankungen die relativen 5-Jahres-Überlebensraten bei Frauen 67 Prozent und bei Männern 61 Prozent. Damit haben sich die Überlebensraten bei Frauen und Männern insgesamt angenähert. Für einige Krebsarten sind die Überlebenschancen inzwischen sehr gut. So liegen die relativen 5-Jahres-Überlebensraten von Brustkrebspatientinnen bei 87 Prozent und bei Männern mit Hodenkrebs bei 97 Prozent. Erfreulicherweise haben sich auch die Überlebensraten bei krebskranken Kindern in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Während die 5-Jahres-Überlebensraten für die Anfang der 1980er Jahre erkrankten Kinder bei 67 Prozent lagen, betragen diese mittlerweile 84 Prozent ("Krebs in Deutschland 2009/2010").

Die Ergebnisse einer Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten beim RKI zur Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland belegen auch die wachsende Zahl der mit einer Krebserkrankungen lebenden Menschen (sog. Prävalenz): In Deutschland gibt es zur Zeit 731.000 Männer und 721.000 Frauen, die in den letzten fünf Jahren an Krebs erkrankten ("Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland").

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