Gesundheitswirtschaft

Bedeutung der Gesundheitswirtschaft

Wirtschaftliche Bedeutung

Die deutsche Gesundheitswirtschaft hat eine erhebliche ökonomische Bedeutung für den Standort Deutschland. Die Gesundheitsausgaben beliefen sich im Jahr 2013 auf rund 315 Mrd. Euro – das entspricht 3.910 Euro je Einwohner und einem Anteil von 11,2 v. H. am Bruttoinlandsprodukt. Im Kernbereich der Gesundheitswirtschaft werden 70 % der Ausgaben durch die sozialen Sicherungssysteme finanziert. Allein die Ausgaben der GKV betrugen im Jahr 2013 rd. 194 Mrd. Euro (2012: 185 Mrd. Euro). Der Anteil der PKV an den Gesundheitsausgaben belief sich im Jahr 2012 auf rd. 28 Mrd. Euro. Im zweiten Gesundheitsmarkt fließen knapp 76 Mrd. Euro in Konsumausgaben (Stand: 2014).

Die Gesundheitswirtschaft ist eine Wachstumsbranche auf Expansionskurs. Ihre Bruttowertschöpfung ist im Zeitraum von 2007 bis 2013 jährlich im Schnitt um 3,5 Prozent gestiegen – deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft mit 2,4 Prozent Wachstum.

Mit einem umfassenden Leistungsanspruch für die knapp 70 Mio. gesetzlich und die rd. 9 Mio. privat Krankenversicherten sowie mit hervorragend ausgebildeten Fachkräften und guter Infrastruktur bietet Deutschland als größter europäischer Markt ausgezeichnete Standortbedingungen für die Leistungserbringer und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Der Gesundheitsmarkt zeichnet sich vor allem durch die Entwicklung von Hightech-Produkten in der Medizintechnik, von innovativen Arzneimitteln, von neuen Behandlungsmethoden und von neuen Versorgungsformen aus.

Auch im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Qualität der medizinischen Versorgung steht das deutsche Gesundheitswesen im internationalen Vergleich gut da: Deutschland verfügt über eines der besten medizinischen Versorgungssysteme mit einem umfassenden Leistungskatalog, einem offenen Zugang zur Versorgung und geringer Selbstbeteiligung. Unabhängig von Einkommen oder Versichertenstatus ist medizinische Hilfe auch außerhalb der üblichen Sprechstunden wesentlich einfacher zu bekommen als in den meisten anderen Gesundheitssystemen der Welt.

Oft wird darauf hingewiesen, dass die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung die Wirtschaft und die Beschäftigten mit hohen Kosten belasten. Diese Sichtweise vernachlässigt, dass eine gute Gesundheitsversorgung über die ökonomische Bedeutung des Gesundheitssektors hinaus gleichzeitig einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen hat. Denn ein Gesundheitssystem mit guter medizinischer Akutversorgung und einem ausgebauten Rehabilitationswesen ist gut für die Wirtschaft. Es trägt wesentlich dazu bei, dass die Erwerbsfähigkeit und Produktivität der Erwerbstätigen erhalten bleibt und die Menschen selbst aus eigener Kraft für ihren Unterhalt sorgen können. Investitionen in die Gesundheit der Menschen sind deshalb ein wichtiger Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand.

Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und ihre Umsätze

Die von der Gesundheitswirtschaft im Jahr 2013 generierte Bruttowertschöpfung in Höhe von rund 268 Mrd. Euro wurde in rd. 230.000 Unternehmen und Betrieben erwirtschaftet. Diese teilen sich grob wie folgt auf:

Unternehmen nach Sektoren

  • 1.996 Krankenhäuser (2013)
  • 124 gesetzliche Krankenkassen (Januar 2015)
  • 43 Unternehmen der privaten Krankenversicherung (2013)
  • 104.018 Arztpraxen (2013, inklusive Gemeinschaftspraxen und MVZ)
  • 20.662 Apotheken (2013)
  • 24.700 Pflegeeinrichtungen in Deutschland (Ende 2011)
    • davon stationär: 12.400
    • davon ambulant: 12.300
  • rund 565 Biotech-Kernunternehmen
  • 11.000 Medizintechnik-Unternehmen (2013)
  • 1.250 Betriebe (mit mehr als 20 Beschäftigten pro Betrieb 2013)
  • 10.000 Kleinunternehmen (2013) und 854 pharmazeutische Unternehmen (2011)

Umsatz nach Branchen (Produktion)

  • Medizintechnik: 22,8 Milliarden Euro (2013)
  • Pharmazeutische Industrie: 42 Milliarden Euro (2012)
  • Biotechnologie: 2,9 Milliarden Euro (2012)

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