Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft im Überblick

Die Gesundheitswirtschaft setzt sich aus vielen Akteuren zusammen. Der Kernbereich, auch erster Gesundheitsmarkt genannt, umfasst den Bereich der "klassischen" Gesundheitsversorgung, die größtenteils durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV) (einschließlich Pflegeversicherung), zu kleineren Anteilen auch durch Arbeitgeber (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), den Staat (Zuschüsse zur GKV) und weitere Sozialversicherungsträger geprägt ist.

Als zweiter Gesundheitsmarkt werden alle privat finanzierten Produkte und Dienstleistungen rund um die Gesundheit bezeichnet. Dabei ist die Zuordnung, welche Waren und Dienstleistungen einen Bezug zur Gesundheit aufweisen, nicht klar definiert und teilweise umstritten. Der zweite Gesundheitsmarkt umfasst nach allgemeinem Verständnis freiverkäufliche Arzneimittel und individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness und Wellness, Gesundheitstourismus sowie – zum Teil – die Bereiche Sport/Freizeit, Ernährung und Wohnen.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2013 exportierten die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft Güter im Wert von rd. 89,4 Mrd. Euro. Den Exporten standen Importe in Höhe von 70,2 Mrd. Euro gegenüber, damit ergab sich ein Außenhandelsüberschuss von 19,2 Mrd. Euro.

Gerade für die Pharma-Branche spielt der Export eine bedeutende Rolle. Wesentliche Impulse der Pharmabranche gingen in den letzten Jahren vom Auslandsgeschäft aus. Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der Exportquote der Pharmabranche; diese erreichte 2012 fast 67 % (2010: 62 %, 2000: 58 %). Laut DIHK-Report Gesundheitswirtschaft (Frühjahr 2015) haben die exportorientierten Branchen der Gesundheitswirtschaft (Pharmaindustrie und Medizintechnik) nach geringeren Erwartungen im Herbst 2014 wieder höhere Exporterwartungen. Damit setzt sich die Entwicklung der vorigen Umfragen dennoch fort.

Perspektiven der Gesundheitswirtschaft

Die demografische Entwicklung in Deutschland, der medizinisch-technische Fortschritt und das wachsende Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung führen zu einer zusätzlichen Nachfrage an herkömmlichen professionellen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Betreuung, aber auch an Produkten und Dienstleistungen des zweiten Gesundheitsmarktes. Die Gesundheitswirtschaft bietet somit jetzt und für die Zukunft vielfältige Chancen für Wachstum und Beschäftigung sowie für Innovationen. Die Sonderauswertungen des DIHK zur wirtschaftlichen Lage und zu den Perspektiven der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ergeben daher in den letzten Jahren regelmäßig ein positives Bild. Die demografische Entwicklung wirkt aber nicht nur auf der Nachfrageseite, sondern stellt auch ein Risiko für die Gesundheitswirtschaft in Form des drohenden Fachkräftemangels dar, da dem steigenden Bedarf ein immer geringeres Angebot an jungen Arbeitskräften gegenübersteht. Wie in allen Wirtschaftsbereichen werden die Belegschaften älter und der Nachwuchs wird knapp.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine Hightech-Branche und spielt deshalb eine wichtige Rolle für den technischen Fortschritt. Weltweit investiert kein anderer Wirtschaftszweig außer der Datenverarbeitungs- und Elektronikindustrie so viel in F&E wie die Gesundheitsbranche (Booz&Company 2008 u. 2011), dies gilt insbesondere für die Bereiche Biotechnologie, Medizintechnik und Telemedizin. Nach Angaben des Europäischen Parlaments in München führt die Medizintechnik die Liste der angemeldeten Erfindungen im Jahr 2014 mit über 11.100 Patenten an: Dies sind mehr als 7 Prozent aller Patentanmeldungen.

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