Pflege-Berater

Pflegende Angehörige – Angebote, Leistungen, soziale Absicherung

Freistellung und Reduzierung der Arbeitszeit

Pflege organisieren – Kurzzeitige Arbeitsverhinderung

Wenn ein naher Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird und Sie eine Auszeit vom Beruf brauchen, um organisatorische Dinge rund um seine Pflege zu regeln, können Sie bis zu zehn Tage von der Arbeit fernbleiben. Sie haben in diesem Fall Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Das Pflegeunterstützungsgeld beantragen Sie bei der Pflegekasse beziehungswiese bei der privaten Pflegeversicherung.


Pflegezeit

Sie können sich außerdem unter bestimmten Voraussetzungen bis zu sechs Monate vollständig von der Arbeit freistellen lassen (Pflegezeit). Dafür gilt ein Rechtsanspruch, sofern der Betrieb 15 oder mehr Arbeitnehmer beschäftigt.


Reduzierung der Arbeitszeit (Familienpflegezeit)

Wenn Sie in einem Betrieb mit 25 oder mehr Beschäftigten beschäftigt sind, können Sie Ihre Arbeitszeit für die Pflege eines Angehörigen über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten reduzieren. Die wöchentliche Mindestarbeitszeit während der Familienpflegezeit beträgt 15 Stunden. Zur finanziellen Unterstützung können Sie beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ein zinsloses staatliches Darlehen beantragen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des BAFzA.

Für die Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung besteht ein beitragsfreier gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Mehr Informationen zum Unfallversicherungsschutz finden Sie in der Broschüre "Zu Ihrer Sicherheit - Unfallversichert bei häuslicher Pflege von Angehörigen" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

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Soziale Absicherung von Pflegepersonen

Rentenversicherung

Die Pflegekasse zahlt auf Antrag Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Beiträge zur Rentenversicherung. Je nachdem, wieviel Zeit Sie für die Pflege aufwenden und wie die pflegebedürftige Person eingestuft ist, zahlt die Pflegekasse Rentenversicherungsbeiträge zwischen 120 und 424 Euro im Monat. Voraussetzung dafür ist, dass Sie 14 Stunden oder mehr in der Woche pflegen.


Unfallversicherung

Wenn Sie einen anderen Menschen pflegen, sind Sie als Pflegeperson während der Pflegetätigkeiten sowie bei allen Tätigkeiten und Wegen, die mit der Pflege unmittelbar zusammenhängen, gesetzlich unfallversichert.


Arbeitslosenversicherung

Sie können freiwillig Mitglied in der Arbeitslosenversicherung bleiben, wenn Sie sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Dazu müssen Sie einen Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit stellen, dass sie sich freiwillig versichern möchten. Voraussetzung dafür ist, dass sie in den letzten 24 Monaten vor Aufnahme der Pflegetätigkeit bereits mindestens 12 Monate lang der Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung unterlegen haben (also in der Regel: Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben) oder unmittelbar vor Aufnahme der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld bezogen haben oder an einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilgenommen haben, der ein Versicherungspflichtverhältnis oder ein Arbeitslosengeldbezug vorausgegangen ist. Außerdem dürfen Sie weder anderweitig versicherungspflichtig zur Arbeitslosenversicherung sein noch nach den Vorschriften der Arbeitslosenversicherung generell versicherungsfrei (eine geringfügige Beschäftigung ist aber parallel möglich).

Der Antrag auf Versicherung muss bei der Bundesagentur für Arbeit spätestens innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Pflegetätigkeit oder nach Beendigung einer Pflegezeit im Sinne des Pflegezeitgesetzes gestellt werden. Der Beitrag zur freiwilligen Weiterversicherung ist allein von der Pflegeperson zu tragen.


Pflegekurse für Angehörige

Wenn Sie eine Angehörige oder einen Angehörigen pflegen oder sich ehrenamtlich um Pflegebedürftige kümmern möchten, können Sie kostenlos an einem Pflegekurs Ihrer Pflegekasse teilnehmen. Diese Kurse werden zum Teil in Zusammenarbeit mit Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, mit Volkshochschulen, der Nachbarschaftshilfe oder Bildungsvereinen angeboten. Die Kurse bieten praktische Anleitung und Informationen, aber auch Beratung und Unterstützung zu vielen verschiedenen Themen.

Außerdem bieten diese Kurse pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

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