Früherkennung & Vorsorge

Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen

Allgemeines/Demografische Entwicklung

Gesundheit im Alter ist für jede Einzelne und jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Obwohl im Alter gesundheitliche Probleme und Beschwerden zunehmen, ist das Alter nicht gleichbedeutend mit Krankheit, Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit. Individueller Lebensstil und persönliche Ressourcen, die soziale Integration und die medizinische Betreuung beeinflussen den Gesundheitszustand, die Lebensqualität und das Wohlbefinden.

Zwei Trends werden die Bevölkerung Deutschlands verändern. Erstens lautet die erfreuliche Nachricht hinter dem oftmals so problematisch beschriebenen demografischen Wandel: Die Menschen in Deutschland gewinnen Lebenszeit. In den letzten 30 Jahren ist die Lebenserwartung um ca. 7 Jahre gestiegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt lag im Jahr 1980 für Männer bei 70,5 Jahren und für Frauen bei 77 Jahren. Heute liegt sie bei rund 78 Jahren für Männer (+ 7,5 Jahre) und bei rund 83 Jahren für Frauen (+ 6 Jahre). Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Lebenserwartung bei Geburt bis 2060 für Männer um weitere 7 und für Frauen um weitere 6 Jahre ansteigt. Jedes zweite heute geborene Kind wird das Lebensalter von 100 Jahren erreichen.

Zweitens ist die Geburtenrate insbesondere Mitte der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre steil abgefallen. In den letzten Jahren ist zwar kein weiterer Rückgang der Geburtenrate zu beobachten, sie ist aber in Deutschland auch im internationalen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau. Daher wird die Bevölkerungszahl nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes sinken (je nach Annahmen um rund 8 bis 13 Millionen bis zum Jahr 2060).

Unsere Bevölkerung wird also im Schnitt älter: Schon heute ist das Durchschnittsalter von rund 44 Jahren zusammen mit Japan das höchste weltweit. Heute ist jeder Fünfte in Deutschland 65 Jahre oder älter (21 %). Im Jahr 2035 wird es fast jeder Dritte sein (30 %). Der Anteil der 80-Jährigen und Älteren wird von gegenwärtig 5 % auf 12 % steigen und sich damit mehr als verdoppeln.

Weitere Informationen finden Sie hier:

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Vorbeugung von Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit /Gesundheitsförderung und Prävention

Bei den körperlichen Erkrankungen stehen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels (insbesondere Diabetes mellitus Typ 2), des Muskel- und Skelettsystems, der Lungen und Atemwege sowie bösartige Neubildungen (Krebs) im Vordergrund. Bei den psychischen Erkrankungen sind vor allem Depressionen bedeutsam.

Chronische Erkrankungen und das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten (Multimorbidität) werden mit zunehmendem Lebensalter wahrscheinlicher und erfordern eine dauerhafte und oftmals kostenintensive Behandlung. Darüber hinaus besteht für ältere multimorbide Menschen ein hohes Risiko, pflegebedürftig oder zumindest in Teilen von der Unterstützung anderer abhängig zu werden. So waren von den über 80-Jährigen im Jahr 2012 rund 29 % pflegebedürftig.

Viele im Alter vorherrschende chronische Erkrankungen wie beispielsweise eine koronare Herzkrankheit oder ein Typ-2-Diabetes (der früher sogenannte Altersdiabetes) können durch einen gesundheitsförderlichen Lebensstil vermieden oder zumindest in ihrem weiteren Verlauf positiv beeinflusst werden. Das heißt ganz konkret durch:

  • ausreichende körperliche Aktivität
  • ausgewogene Ernährung
  • Vermeidung einer weiteren Gewichtszunahme bei bestehendem Übergewicht
  • Nichtrauchen sowie
  • zurückhaltenden Alkoholkonsum

Nähere Informationen dazu finden Sie beispielsweise:

Gesundheitsförderung und Prävention sind insbesondere in einer Gesellschaft des längeren Lebens wichtige Säulen des Gesundheitswesens und keine Frage des Alters. Bis ins hohe Lebensalter können Menschen noch in erheblichem Umfang von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung profitieren. Das gilt auch für Menschen, die bereits pflegebedürftig sind. Das Präventionsgesetz vom Juli 2015 sieht demzufolge auch Präventionsmaßnahmen für pflegebedürftige Menschen vor. Die Pflegekassen erhalten den neuen Auftrag, Leistungen zur Gesundheitsförderung in teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen.

Im Rahmen jeder Begutachtung zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit wird geprüft, ob und ggf. welche Maßnahmen der Primärprävention zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation und zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten (z. B. in den Bereichen Ernährung, Umgang mit Sucht/-Genussmitteln oder Verbesserung der psychosozialen Gesundheit) geeignet, notwendig und zumutbar sind. Ziel ist, auch bei Pflegebedürftigkeit die Selbständigkeit möglichst lange zu erhalten oder auch den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

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Aktivitäten der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Auch auf internationaler und europäischer Ebene steht gesundes und aktives Altern im Kontext des demografischen Wandels auf der Agenda. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich der Anteil der über 60-Jährigen der Weltbevölkerung bis 2050 verdoppeln. Eine bildliche Darstellung finden Sie hier

Regierungen aller Mitgliedsstaaten müssen darauf reagieren und einen entsprechenden Umgang sowie angemessene Umwelten und Lebenswelten aufbauen. Die immer älter werdende Bevölkerung benötigt spezielle Vorsorge und Pflegeeinrichtungen, um den Herausforderungen und Problemen entgegenzuwirken. Die WHO unterstützt weltweit Länder bei der Anpassung ihrer Systeme an den demografischen Wandel. Ein erster globaler Bericht zu Altern und Gesundheit ist 2015 erschienen: Der "World report on ageing and health" enthält u. a. eine Zusammenfassung der aktuellen Evidenz sowie eine kurze Darstellung des Handlungsrahmens zur Förderung eines Alterns in Gesundheit weltweit.

Auf der 69. Weltgesundheitsversammlung, die vom 23. bis 28. Mai 2016 in Genf stattfand, hat die WHO eine Strategie und einen Aktionsplan zu gesundem Altern verabschiedet. Die WHO definiert gesundes Altern als einen "Prozess der Entwicklung und Aufrechterhaltung der funktionalen Fähigkeit, die Wohlbefinden im Alter ermöglicht."

Mit der nun verabschiedeten Strategie werden die Rechte älterer Menschen beachtet und es wird auf die komplexe, sich verändernde Umgebung, in welcher sie bereits jetzt oder in Zukunft leben, eingegangen. Die Prinzipien, die diesen Strategieansatz untermauern sind die Menschenrechte, Geschlechtergleichheit, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Generationen.

Die Strategie verfolgt fünf Ziele:

  • die Förderung von gesundem Altern in allen Ländern
  • die Anpassung von Gesundheitssystemen an die Bedürfnisse älterer Menschen
  • die Entwicklung von nachhaltigen Pflege(versicherungs)systemen
  • die Schaffung von altersfreundlichen Umwelten
  • die Verbesserung der Datenlage (messen, überwachen, verstehen)

Die Strategie gilt für fünf Jahre (2016-2020) und dient anschließend als Grundlage für die Dekade des gesunden Alterns (2020-2030).
Publikationen der WHO zum Thema Gesundes Alter finden Sie hier.

Bereits im September 2012 hat die Europäische Region der WHO das Papier "Strategie und Aktionsplan für gesundes Altern in der Europäischen Region (2012 – 2020)" veröffentlicht. In vier strategischen Handlungsfeldern werden Maßnahmen aufgezeigt und fünf vorrangige Interventionen empfohlen.

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IN FORM

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" wurden in den Ländern Zentren für Bewegungsförderung als Anlaufstelle zur Koordinierung und Kooperation bestehender Institutionen und Akteure eingerichtet und von 2008 bis 2011 finanziell durch das BMG gefördert. Ziel der Zentren ist es, Alltagsbewegung zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens der Bevölkerung und insbesondere älterer Menschen zu machen. Sie haben einen großen Beitrag zu einem nachhaltigen Aufbau von Strukturen vor Ort und zur Entwicklung bewährter Maßnahmen der Bewegungsförderung in den Lebenswelten älterer Menschen geliefert. Die Ergebnisse und Erfahrungen der Zentren wurden in einer gemeinsamen Publikation "Mehr Bewegung im Alltag – Aktives Leben im Alter fördern" zusammengestellt. Die Publikation können Sie hier herunterladen.

Im Schwerpunkt "IN FORM im Alter" werden die vielfältigen Aktivitäten von IN FORM für diese Zielgruppe in den Fokus gerückt werden. Das IN-FORM-Portal www.in-form.de wurde um eine spezielle Rubrik zum Thema "Ernährung und Bewegung für Ältere" erweitert, die sowohl für Multiplikatoren als auch die Zielgruppe der älteren Menschen gedacht ist. Hier werden ausgewählte Informationsmaterialien verschiedener Akteure und interessante Projekte dargestellt. Interessante Veranstaltungshinweise, Links zu Partnern und Organisationen aus der Seniorenarbeit sowie Antworten auf wissenswerte Fragen rund um das Thema runden das Angebot ab.

Im Rahmen der Schwerpunktsetzung ist auch die Broschüre "66 Tipps für ein genussvolles und aktives Leben mit 66+" erschienen. Sie gibt praktische und alltagstaugliche Tipps zu den Themen Bewegung und Ernährung und will Seniorinnen und Senioren motivieren, in kleinen Schritten etwas für die Gesundheit und Lebensqualität zu tun.

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Nationales Gesundheitsziel "Gesund älter werden"

Das siebte nationale Gesundheitsziel "Gesund älter werden" wurde von Expertinnen und Experten der im Kooperationsverbund gesundheitsziele.de zusammengeschlossenen Institutionen erarbeitet und am 29. März 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. In drei Handlungsfeldern wurden insgesamt dreizehn Ziele formuliert und dazu Teilziele und Maßnahmenvorschläge festgelegt.

Mit dem nationalen Gesundheitsziel "Gesund älter werden" ist ein komplexer, umfassender Zielekatalog entstanden, welcher ein breites Spektrum der gesundheitlichen Herausforderungen dieser sehr heterogenen Altersgruppe abdeckt.

Die Publikation kann hier heruntergeladen oder kostenlos angefordert werden.

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Altenbericht

In jeder Legislaturperiode erstellt die Bundesregierung einen Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland (Altenbericht). Die Geschäftsstelle ist beim Deutschen Zentrum für Altersfragen in Berlin angesiedelt.

Der Siebte Altenbericht wird derzeit zum Thema "Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften" erarbeitet. Informationen zum Siebten Altenbericht sowie zu den bisherigen Altenberichten finden Sie hier.

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Demografiestrategie

Die Bundesregierung hat im Frühjahr 2012 ihre Demografiestrategie verabschiedet. Deren Ziel ist es, jedem Einzelnen entsprechend seiner Lebenssituation und seines Alters, Chancen zu eröffnen, seine Potenziale und Fähigkeiten zu entwickeln und seine Vorstellungen vom Leben zu verwirklichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Bundesregierung in allen Lebensbereichen – von der Familie über die Bildung, das Arbeitsleben und Ehrenamt bis zur Gesundheit – die Rahmenbedingungen so gestalten, dass sie den Erfordernissen Rechnung tragen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben.

Um einen breiten Dialog zur Gestaltung des demografischen Wandels zu ermöglichen, wurden auf dem ersten Demografiegipfel am 4. Oktober 2012 verschiedene Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Hier diskutieren Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Zivilgesellschaft und Verbänden über Herausforderungen und entwickeln Lösungsansätze.

Die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden auf dem 2. Demografiegipfel der Bundesregierung am 14. Mai 2013 vorgestellt. Die Arbeitsgruppe "Selbstbestimmtes Leben im Alter" beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Gesundheitsförderung für ältere Menschen. Die Arbeitsgruppe hat ein strategisches Konzept "Selbstbestimmt Altern" verabschiedet, das Leitlinien und Handlungsempfehlungen für die Dimensionen "Aktives Altern" und "Bedarf an Unterstützung und Pflege" verbindet. Die Bundesregierung nimmt den Dialogprozess im Rahmen der Demografiestrategie zum Anlass, ihre eigenen Maßnahmen unter den Schwerpunkten sorgende Gemeinschaften, Wohnen und Mobilität sowie Prävention, Gesundheitsförderung und Pflege zu bündeln.

Die Bundesregierung hat am 14. Januar 2015 beschlossen, diesen Ansatz zu vertiefen und die Demografiestrategie unter dem Titel "Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen" weiterzuentwickeln. Sie arbeitet vertieft mit den Arbeitsgruppen zusammen.

Mehr zur Demografiestrategie erfahren Sie hier.

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Weitere Aktivitäten des BMG und des Geschäftsbereichs

7. gemeinsamer Präventionskongress 2015: "Prävention und Pflege"

Am 22. Juni 2015 fand in Berlin der 7. Gemeinsame Präventionskongress von BMG und Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderng (BVPG) unter dem Motto "Prävention und Pflege" statt. Dieser Kongress  hat ein Thema aufgegriffen, welches angesichts der aktuellen demografischen Entwicklung aus heutiger Sicht immer wichtiger wird. Denn mit der Anzahl pflegebedürftiger Menschen steigt zugleich auch der Bedarf an Betreuungs- und Unterstützungsleistungen. Dies ist aus mehreren Gründen bedeutsam. Erstens: wegen begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen. Zweitens: um die Lebensqualität und Selbstständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich zu erhalten. Drittens: um einer möglichen fortschreitenden Pflegebedürftigkeit entgegenzuwirken. Deshalb ist es notwendig, die gesundheitlichen Potenziale, die auch pflegebedürftige Menschen aufweisen, zukünftig besser auszuschöpfen. Ebenso sind Versorgungs- und Pflegekonzepte an die demografische Entwicklung und die veränderte Bedarfssituation anzupassen. Ziele des Kongresses waren es daher, den bisher von Gesundheitsförderung und Prävention eher vernachlässigten Pflegebereich in das Zentrum zu rücken und die Prävention zielgerichteter zu gestalten. Bei der Behandlung des Themas wurde daher nicht nur die Zielgruppe der Pflegebedürftigen betrachtet, sondern auch die der Pflegenden (pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte).

Weitere Informationen und die schriftliche Kongressdokumentation finden Sie hier.

Expertise Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Setting Kommune

Die Kommune ist der Ort, an dem Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen am wirkungsvollsten erfolgen können. Das Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) die Kurz-Expertise: "Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Setting Kommune" erstellt

Diese fasst den Stand des Wissens in der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen zusammen. Die Expertise kommt zu dem Schluss, dass eine auf Seniorinnen und Senioren bezogene Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Kommune nicht im Selbstlauf erfolgt, sondern initiiert, organisiert und nachhaltig gesichert werden sollte.

Die Expertise soll den Kommunen sowie den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Gesundheitsförderung eine Hilfestellung geben. Sie beschreibt u. a. rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen der Gesundheitsförderung. Außerdem werden Ansätze für die Gesundheitsförderung älterer Menschen genannt und insbesondere vorbildhafte Projekte der kommunalen Gesundheitsförderung im Alter vorgestellt.

Die Publikation steht Ihnen hier zur Bestellung und zum Herunterladen zur Verfügung.

Handlungsempfehlungen: "Gesundheitliche Prävention bei Frauen in der zweiten Lebenshälfte"

Als Ergebnis eines vom BMG vergebenen Forschungsprojektes wurden nicht nur Risikofaktoren, sondern auch das Präventionspotenzial in der zweiten Lebenshälfte für Frauen herausgearbeitet und in den Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Die Handlungsempfehlungen stehen ebenso wie der Forschungsbericht im Internetauftritt des BMG unter "Publikation" zum Download zur Verfügung.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Das Programm "Gesundes Alter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) trägt mit Gesundheitsinformationen im Internet, Printmedien, Kongressen, Tagungen, vielfältigen Kooperationen und Expertisen dazu bei, die Gesundheit älterer Menschen zu fördern. Einer der Schwerpunkte liegt im Bereich der Förderung von Mobilität und Bewegung in den Lebenswelten. Verfolgt wird dabei u. a. ein kommunaler Ansatz.

Konferenzen/Tagungen

Seit 2012 finden regelmäßig BZgA-Bundeskonferenzen "Gesund und aktiv älter werden" zu jeweils aktuellen Themen statt. Im Rahmen der 4. Bundeskonferenz am 12. Juni 2015 wurde beispielsweise in Berlin das Thema "ALTERN GESTALTEN – Lebensqualität fördern" behandelt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Gestaltungsmöglichkeiten ältere Menschen in unserer Gesellschaft haben. Der Blick war insbesondere auf die individuellen Ressourcen und die Möglichkeiten der Unterstützung vor Ort gerichtet, die zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit, der Selbstständigkeit und der aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben beitragen können. Handlungsfelder, Strategien und Praxisbeispiele wurden vorgestellt und diskutiert.

Weitere Informationen zur 4. Bundeskonferenz und allen bisherigen Bundeskonferenzen finden Sie hier.

Auf Landesebene führt die BZgA seit 2009 gemeinsam mit Partnern auf ministerieller Ebene und den Landeseinrichtungen für Gesundheitsförderung Regionalkonferenzen "Gesund und aktiv älter werden" durch. Die Programme und Dokumentationen gibt es hier als kostenlosen Download.

Publikationen für Fachkräfte

Alle Publikationen für Fachkräfte zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen können im Internet unter http://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/service/materialien/ bestellt oder heruntergeladen werden.

Als Planungshilfe für Kommunen wurde 2012 die Argumentationsstrategie "Alt sind immer die Anderen" herausgegeben und bundesweit an alle Kommunen verteilt.

Im Bereich der Erwachsenenbildung hat die BZgA in Kooperation mit dem Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) Anfang 2014 die Broschüre "In Zukunft alt? Gesund Älterwerden als Thema der Erwachsenenbildung" publiziert.

In der BZgA-Fachheftreihe "Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung" wurden verschiedene aufeinander aufbauende Expertisen zur Lebenslage älterer Menschen veröffentlicht. Die Expertisen werden von den Akteurinnen und Akteuren vor Ort als Planungsgrundlage genutzt.

  • 2011 wurde die Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren "Die Jungen Alten" als Fachheft Band 38 publiziert. Dieses Fachheft liegt als englische Übersetzung (Vol. 16: The Young Old) vor. Mit Band 44 "Alte Menschen" hat die BZgA eine Expertise zur "Lebenslage und gesundheitlichen Situation von Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren veröffentlicht. Auch dieses Fachheft liegt in englischer Übersetzung vor (Vol. 17: Older People). Ergänzend wurde Anfang 2015 mit Fachheft 47 die Expertise "Die Hochaltrigen – zur Lebenslage von Menschen im Alter über 80 Jahren" herausgegeben.
  • In Fachheft Band 45 "Lebensphase Alter gestalten – Gesund und aktiv älter werden" werden Nutzen und Praxis verhaltens- und verhältnisbezogener Prävention dokumentiert, die auf der Tagung "Kooperation Nachhaltige Prävention (KNP)" im Mai 2012 präsentiert wurden. Beschrieben sind Handlungskonzepte und evaluierte Interventionen für ein gesundes Altern.

Broschüren für Menschen in der zweiten Lebenshälfte

Alle Broschüren der BZgA, die sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte richten, können im Internet unter http://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/service/materialien/ bestellt oder heruntergeladen werden.

Seit Mitte 2015 liegt die Broschüre "Sehen im Alter – Informationen und Tipps" vor. Sie richtet sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte und informiert über Sehveränderungen im Alter und Sehhilfen sowie über Unterstützungs-, Rehabilitations- und Beratungsangebote. Erstellt wurde die Broschüre in Zusammenarbeit zwischen BZgA, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV).

Broschüren-Set zur Sturzprävention

Zusammen mit der  Bundesinitiative Sturzprävention hat die BZgA zwei Broschüren zum Thema Sturzprävention herausgegeben. Die beiden Broschüren bauen unter der gemeinsamen Überschrift "Gleichgewicht und Kraft" aufeinander auf: Die Broschüre "Einführung in die Sturzprävention" enthält nützliche Informationen und Tipps, um Stürzen vorzubeugen. Die Broschüre "Das Übungsprogramm – Fit und beweglich im Alter" enthält Anleitungen und Übungen zur Sturzprävention.

Internetportal für Menschen in der zweiten Lebenshälfte und für Fachkräfte

Darüber hinaus stellt die BZgA das Internetportal "Gesund & aktiv älter werden" mit qualitätsgesicherten Informationen für die Zielgruppe der älteren Menschen sowie für Akteure und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bereit.

Im Newsletter GESUND UND AKTIV ÄLTER WERDEN informiert die BZgA regelmäßig über Aktuelles im Themenfeld, über Daten, Tagungen, neue Projekte und Publikationen. Interessierte können sich anmelden unter: gesund-aktiv-aelter-werden@bzga.de.

Das Programm „Älter werden in Balance“

Wissenschaftlich ist gut belegt, dass Bewegungsprogramme und -aktivitäten auch in fortgeschrittenem Alter gesundheitsfördernd und präventiv wirken. Viele der im Alter gehäuft auftretenden Erkrankungen lassen sich durch regelmäßige körperliche Aktivität verhindern oder zumindest hinauszögern. Des Weiteren unterstützt körperliche Fitness die Mobilität der Menschen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Aus diesem Grund hat die BZgA 2014 ein Präventionsprogramm entwickelt, um ältere Menschen darin zu unterstützen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden durch mehr körperliche Aktivität möglichst lange zu erhalten. Das niedrigschwellig angelegte Programm Älter werden in Balance richtet sich an Frauen und Männer ab 60 Jahren. Die übergeordnete Zielsetzung des Programms ist es, die Anzahl gesunder Lebensjahre zu erhöhen und Pflegebedürftigkeit hinauszuschieben. Das Programm wird finanziell vom Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) unterstützt.

Internetportal "Älter werden in Balance"

Eine zentrale Rolle im Programm  spielt das Internet-Portal "Älter werden in Balance". Die Website mit ihren fachlich geprüften Inhalten und praktischen Empfehlungen soll dazu beitragen, das individuelle Gesundheitswissen der Alterszielgruppe zu verbessern Freude an Bewegung zu vermitteln und Menschen zu mehr Bewegung zu aktivieren. Weitere Informationen unter http://www.aelter-werden-in-balance.de/.

Broschürenreihe "Älter werden in Balance"

Ein weiterer wichtiger Baustein des Programms sind die Informationsbroschüren, die die positiven Aspekte eines bewegten Alltags für die Gesundheit und das Wohlbefinden aufzeigen und gleichzeitig viele praktische Tipps und Anregungen geben.
Weitere Informationen unter http://www.bzga.de/infomaterialien/gesundheit-aelterer-menschen/?addinfo=1

Kommunaler Wettbewerb "Älter werden in Balance"

Im Rahmen des Programms "Älter werden in Balance" rücken zunehmend kommunale Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen in den Fokus. Um bewährte kommunale Strategien zu dokumentieren, einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und zur Nachahmung anzuregen, führte die BZgA 2015 im Rahmen von "Älter werden in Balance" erstmalig den Wettbewerb "Gesund älter werden in der Kommune" durch. Der inhaltliche Schwerpunkt des ersten Wettbewerbs lag im Bereich der Bewegungs- und Mobilitätsförderung für ältere Menschen. Aus 94 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wurden neun Preisträger ermittelt, die im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin am 25.April 2016 prämiert wurden. Weitere Informationen unter: http://www.wettbewerb-aelter-werden-in-balance.de.

RKI

Das Robert Koch-Institut (RKI) forscht seit Jahren zu verschiedenen relevanten Fragestellungen im Bereich "Gesundes und aktives Altern". Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit wurde ein bundesweites kontinuierliches Gesundheitsmonitoring aufgebaut, das regelmäßige Gesundheitsstudien mit Befragungen und Untersuchungen repräsentativer Bevölkerungsgruppen beinhaltet. Die Forscherinnen und Forscher interessieren sich hierbei für den Status und die Entwicklung von Gesundheitsproblemen sowie für Risiken und Ressourcen vom Kindes- bis zum Seniorenalter, die Relevanz für gesundes und aktives Älterwerden haben. Hierzu zählen zum einen chronische Krankheiten und ihre Risikofaktoren, deren Wurzeln oft bis in die Kindheit reichen. Zum anderen sind gesundheitsrelevante Verhaltensweisen (Ernährung, körperliche Aktivität, Stressreduktion), aber auch das soziale Umfeld und Lebensbedingungen in allen Lebensphasen entscheidende Einflussfaktoren, um chronischen Krankheiten und gesundheitsbedingten körperlichen und kognitiven Funktionseinschränkungen im höheren Lebensalter vorzubeugen. Diese Kenntnisse sind grundlegend für die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Präventions- und Versorgungsangebote.  

Das Gesundheitsmonitoring wird ergänzt durch Analysen zur Häufigkeit von Krebserkrankungen, durchgeführt vom Zentrum für Krebsregisterdaten am RKI und durch Untersuchungen, die auf die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen und Einschränkungen ausgerichtet sind. Beispielsweise werden Studien zur Anpassung der hausärztlichen Versorgungsstrukturen an die Erfordernisse von älteren Menschen mit Mehrfacherkrankungen durchgeführt. Hinzu kommen Studien zur Bekämpfung von Infektionen bei Pflegeheimbewohnern und Analysen zu den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die stationäre Versorgung und den Pflegekräftebedarf. Im Bereich Prävention forscht das RKI unter anderem zum Impfschutz; bei Älteren spielt hier der Schutz vor Influenza und Pneumokokken eine große Rolle.

Eine Übersicht zu den Arbeiten des RKI und ausgewählte Publikationen sind im Internet hier abrufbar.

Das RKI trägt mit seinen Arbeiten zur Entwicklung und Umsetzung der Nationalen Gesundheitsziele (z. B. "Gesund Älter werden" und "Gesund Aufwachsen") bei.

Nähere Informationen zum bundesweiten Gesundheitsmonitoring des RKI und zu den verschiedenen Monitoring-Studien finden Sie hier.

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