Leistungen

Früherkennung & Vorsorge

Die Gesundheits-Vorsorgeuntersuchung ab 35

Derzeit können alle gesetzlich Versicherten ab dem Alter von 35 Jahren im Abstand von zwei Jahren eine Gesundheitsuntersuchung ("Check-up 35") zur Früherkennung von Krankheiten, insbesondere zur Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie der Zuckerkrankheit, in Anspruch nehmen. Hierbei stellt die Ärztin oder der Arzt mit relativ einfachen und wenig belastenden Untersuchungen fest, welche Risikofaktoren erkennbar sind oder sich bereits zu einer Krankheit verdichtet haben.

Was passiert bei der Gesundheits-Vorsorgeuntersuchung?

  • In einem ausführlichen Gespräch fragt die Ärztin oder der Arzt, ob aktuelle Erkrankungen der Patientin bzw. des Patienten oder in der Familie vorliegen.
  • Eine Ganzkörperuntersuchung einschließlich einer Blutdruckmessung soll den aktuellen Gesundheitszustand möglichst genau erfassen.
  • Anhand von Blutproben werden die Blutzucker- und Cholesterinwerte ermittelt. Diese können Hinweise auf mögliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen Diabetes mellitus geben.
  • Eine Urinuntersuchung gibt Hinweise auf mögliche Nierenkrankheiten.
  • Die Ärztin oder der Arzt erläutert der Patientin oder dem Patienten Ergebnisse und Befunde der Untersuchungen. Gemeinsam können eventuell erforderliche Maßnahmen besprochen werden.
  • Die Untersuchung auf Hautkrebs kann – soweit berufsrechtlich zulässig – in Verbindung mit der Gesundheitsuntersuchung durchgeführt werden.

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Ausblick: Das Präventionsgesetz

Das Präventionsgesetz (PrävG ) ist in seinen wesentlichen Teilen am 25. Juli 2015 in Kraft getreten. Das Gesetz schafft unter anderem die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der bestehenden Gesundheitsuntersuchung bzw. des "Check-up 35". Die bisherige Gesundheitsuntersuchung soll gemäß § 25 Absatz 1 SGB V zukünftig stärker als bisher auf die Erfassung und Bewertung gesundheitlicher Risiken und Belastungen ausgerichtet werden. Die Gesundheitsuntersuchung wird eine ärztliche präventionsorientierte Beratung beinhalten. Auf dieser Grundlage können Ärztinnen und Ärzte den Versicherten individuelle Maßnahmen zur Primärprävention empfehlen. Außerdem sollen künftig die Altersgrenzen, die Häufigkeit des Anspruchs und die anzuwendenden Untersuchungsmethoden flexibler und zielgruppenorientiert gehandhabt werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten des PrävG die bestehende Gesundheitsuntersuchung entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben weiterzuentwickeln. Hierzu hat der G-BA seine Beratungen bereits aufgenommen.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben ab einem jeweils festgelegten Alter Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von bestimmten Krebserkrankungen.

Nachfolgende Früherkennungsuntersuchungen werden angeboten und empfohlen.

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Für Frauen

Ab dem Alter von 20 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane

  • gezieltes Gespräch (Anamnese), zum Beispiel Fragen nach Beschwerden, Blutungsstörungen, Ausfluss
  • Untersuchung des Muttermundes
  • Entnahme von Untersuchungsmaterial vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals (Krebsabstrich) und zytologische Untersuchung (Pap-Test)
  • gynäkologische Tastuntersuchung
  • Beratung über das Ergebnis

Zusätzlich ab dem Alter von 30 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust (Mamma)

  • gezieltes Gespräch (Anamnese), zum Beispiel Fragen nach Veränderungen beziehungsweise Beschwerden der Brust
  • Untersuchung und Abtasten der Brust und der Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung
  • Beratung über das Ergebnis

Zusätzlich ab dem Alter von 35 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Haut (im Abstand von zwei Jahren)

Die Untersuchung sollte, wenn möglich, in Verbindung mit der zweijährlichen Gesundheitsuntersuchung ("Check-up") durchgeführt werden und umfasst:

  • gezieltes Gespräch (Anamnese), zum Beispiel Fragen nach Veränderungen beziehungsweise Beschwerden der Haut
  • Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes und aller Körperhautfalten (vor allem Achselhöhlen, Leisten, Gesäßspalte, Finger- und Zehenzwischenräume, Unterbrustbereich, Bauchnabel)
  • Befundmitteilung mit Beratung; im Falle eines verdächtigen Befundes erfolgt die weitere Abklärung bei einem Facharzt/einer Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe/Dermatologin)

Zusätzlich ab dem Alter von 50 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust

Mammographie-Screening (spezielle Röntgenaufnahme, die feine Details der Brustdrüse zeigt) im Abstand von zwei Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres: Information und schriftliche Einladung aller Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren in zertifizierte so genannte Screening-Einheiten. Röntgenuntersuchung der Brust beiderseits durch Mammographie sowie gegebenenfalls die Veranlassung weiterer Untersuchungen.

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

  • gezieltes Gespräch
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl (jährlich bis zum Alter von 54 Jahren)
  • Beratung über das Ergebnis

Zusätzlich ab dem Alter von 55 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

  • gezieltes Gespräch
  • zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren
    oder
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre
  • Beratung über das Ergebnis

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Für Männer

Ab dem Alter von 35 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Haut (im Abstand von zwei Jahren)

Die Untersuchung sollte, wenn möglich, in Verbindung mit der zweijährlichen Gesundheitsuntersuchung ("Check-up") durchgeführt werden und umfasst:

  • gezieltes Gespräch (Anamnese), zum Beispiel Fragen nach Veränderungen beziehungsweise Beschwerden der Haut
  • Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes und aller Körperhautfalten (vor allem Achselhöhlen, Leisten, Gesäßspalte, Finger- und Zehenzwischenräume, Unterbrustbereich, Bauchnabel)
  • Befundmitteilung mit Beratung; im Falle eines verdächtigen Befundes erfolgt die weitere Abklärung bei einem Facharzt/einer Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe/Dermatologin)

Zusätzlich ab dem Alter von 45 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane

  • gezieltes Gespräch (Anamnese)
  • Inspektion und Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane
  • Tastuntersuchung der Prostata
  • Tastuntersuchung der Lymphknoten
  • Beratung über das Ergebnis

Zusätzlich ab dem Alter von 50 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

  • gezieltes Gespräch
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl (jährlich bis zum Alter von 54 Jahren)
  • Beratung über das Ergebnis

Zusätzlich ab dem Alter von 55 Jahren

Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

  • gezieltes Gespräch
  • zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren
    oder
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre
  • Beratung über das Ergebnis

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Ausblick: Das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz

Mit dem am 9. April 2013 in Kraft getretenen Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) wurde auch die gesetzliche Grundlage zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung geschaffen. Zukünftig sollen alle anspruchsberechtigten Bürgerinnen und Bürger zur Gebärmutterhalskrebs- und zur Darmkrebsfrüherkennung persönlich eingeladen werden. Mit der Einladung sollen die Bürgerinnen und Bürger auch neutral, ausgewogenen und verständlich über potenzielle Vor- und Nachteile der jeweiligen Krebsfrüherkennungsmaßnahme informiert werden.

Gemäß § 25a SGB V des KFRG muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die bestehenden Früherkennungsuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs innerhalb von drei Jahren nach In-Kraft-Treten in organisierte Screening-Programme mit Einladungswesen und durchgängiger Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle überführen. Dabei hat der G-BA die Möglichkeit einer auf fünf Jahre befristeten Erprobung von Elementen eines organisierten Programms. Die Beratungen des G-BA zur konzeptionellen Vorbereitung der beiden Screening-Programme laufen derzeit.

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