Impfungen

Impfungen und Gesundheitsversorgung bei Asylsuchenden

Zu einer angemessenen medizinischen Versorgung von Flüchtlingen gehört  ein ausreichender Impfschutz. Schließlich zählt die Immunisierung zu den effektivsten Maßnahmen, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu vermeiden. Das Robert Koch-Institut unterstützt die Bundesländer daher mit Expertise und konkreten Konzepten.

Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz sieht eine Verbesserung des Impfschutzes vor. Danach müssen die zuständigen Behörden vor Ort sicherstellen, dass Asylbewerbern frühzeitig notwendige Schutzimpfungen angeboten werden. Durch Verweis auf die Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA regelt das Gesetz einen bundesweit einheitlichen Standard bei der Versorgung von Flüchtlingen mit Schutzimpfungen. 

Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen

Das Robert Koch-Institut (RKI) unterstützt die Bundesländer hierbei laufend mit Beratung und seiner wissenschaftlichen Expertise. In Abstimmung mit ihnen sowie der Ständigen Impfkommission (STIKO) hat das RKI ein "Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland" entwickelt.

Dieses beinhaltet Empfehlungen über Auffrischimpfungen bei Personen mit Grundimmunisierung und ein altersabhängiges Mindest-Impfangebot für Ungeimpfte oder Flüchtlinge mit ungeklärtem Impfstatus bis die STIKO-Empfehlungen umgesetzt werden können. Weil Sprachbarrieren die Identifizierung von Risikogruppen erschweren und in den Flüchtlingseinrichtungen ein Zusammenleben auf engstem Raum stattfindet, legt das RKI nahe, zusätzlich alle Bewohner gegen Influenza zu immunisieren. Zudem liefert das Konzept eine Reihe grundsätzlicher Hinweise zur Durchführung von Impfungen, zum Beispiel bei minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen. Ebenfalls Teil des Papiers sind Impfempfehlungen für das (ehrenamtliche) Personal in den Flüchtlingsunterkünften. Ein Konzept für die Durchführung des Vorscreenings und der Erstaufnahmeuntersuchung bei Asylsuchenden veröffentlichte das RKI im November. Dem war eine Abstimmung mit dem Deutschen Roten Kreuz sowie den Ländern vorausgegangen.

Informationen über Infektionskrankheiten

Im Epidemiologischen Bulletin 38/2015 gibt das RKI wichtige Informationen für medizinisches Personal über – für Deutschland ungewöhnliche – Infektionskrankheiten, die bei Asylsuchenden auftreten können und nach einer Behandlung verlangen. Weiterführende Informationen bieten hier die "Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten" aus dem Jahr 2011.

Das Konzept mit dem Namen "Management von Ausbrüchen in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende", das sich an den Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie die Ärzteschaft richtet, gibt eine Anleitung für den Umgang mit Ausbrüchen durch verschiedene Erregertypen, darunter solche, die sich mit einer Impfung vermeiden lassen. Die entsprechenden Infektionsschutzempfehlungen beziehen sich sowohl auf die/den Erkrankten als auch auf Kontaktpersonen. Auf seiner Internetseite gibt das RKI darüber hinaus Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema "Asylsuchende und Infektionskrankheiten". 

Informationen für Asylbewerber

Um Asylbewerber gezielt zu informieren, wurden die Patienten-Informationen zu Infektionskrankheiten in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in sechs Sprachen übersetzt. Der Impfkalender sowie Impfaufklärungsmaterialien liegen in 20 Fremdsprachen vor. Im Bundesgesundheitsministerium befindet sich derzeit ein "Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende in Deutschland" in Bearbeitung.

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