Patientenrechte

Informationsangebote für Patienten

Gute Entscheidungen verlangen gute Informationen. Nur wenn Sie umfassend informiert sind, können Sie sich als Patientin und Patient im Gesundheitswesen orientieren, gezielt Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, sich verantwortlich an Behandlungsentscheidungen beteiligen oder diese selbst treffen. Was zahlt die Krankenkasse? Wo ist ein gutes Krankenhaus für die geplante Operation? Was muss man bei Versandapotheken beachten? Der Gesetzgeber hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen und bessere Informationsmöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten schaffen. Auf dieser Basis sind viele Angebote entstanden, die Sie nutzen können. Einige der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen und Angebote für Patientinnen und Patienten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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Erste Anlaufstellen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet ihre Versicherten zu informieren, und halten umfangreiche Angebote bereit: persönliche Beratung in den Geschäftsstellen, Telefonhotlines, Broschüren, Onlineangebote etc.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben ebenfalls einen gesetzlichen Auftrag zur Beratung der Versicherten. Auf ihren Internetseiten bieten sie umfangreiche Informationen zu Ihren Rechten als Patientin und Patient sowie zu aktuellen Gesundheitsthemen. www.kbv.de

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Unabhängige Information und Beratung

Seit 2011 gehört die Unabhängige Patientenberatung (UPD) bundesweit zur Regelversorgung. Kostenlos und anonym kann sich hier jede Bürgerin und jeder Bürger nach Terminvereinbarung vor Ort, am bundesweit kostenfreien Beratungstelefon oder online von unabhängigen Beraterinnen und Beratern, insbesondere von Medizinerinnen und Medizinern sowie Juristinnen und Juristen, zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen beraten lassen. Neben der Beratung auf Deutsch wird die Beratung auch in türkischer, russischer und arabischer Sprache angeboten.

www.patientenberatung.de

Beratung Deutsch: 0800 01177-22
Beratung Türkisch: 0800 01177-23
Beratung Russisch: 0800 01177-24
Beratung Arabisch: 0800 33221225

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Medizinisches Wissen für Laien

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde 2004 als Stiftung ins Leben gerufen und hat unter anderem den gesetzlichen Auftrag, den Bürgerinnen und Bürgern allgemeinverständliche Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Auf einem eigens dafür entwickelten Internetportal werden medizinische Themen verständlich aufbereitet und der jeweils aktuelle Stand der Forschung dargestellt.
www.gesundheitsinformation.de

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Eine gute Klinik finden

Die deutschen Krankenhäuser sind per Gesetz dazu verpflichtet, in strukturierten Qualitätsberichten jährlich über ihre Leistungen öffentlich zu berichten. Darin legen die Kliniken Zahlen, Fakten, Anzahl der Betten und Operationen offen und informieren über die Qualifikation ihrer Ärztinnen und Ärzte und den Erfolg ihrer Behandlungen. Umfassende Informationen rund um die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sowie die Lesehilfe, um die Qualitätsberichte richtig zu verstehen und nutzen zu können, erhalten Sie auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de. Daneben wurden auf Grundlage der Berichte Informationsportale aufgebaut, um Sie bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus, Ärztin/Arzt oder Pflegeheim zu unterstützen. Beispielhaft ist hier die Weisse Liste zu nennen, die ein Projekt der Bertelsmann Stiftung sowie der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen ist. www.weisseliste.de

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Ärztliche Leistungen nachvollziehen

Seit 2004 stärkt der Gesetzgeber die Rechte der gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten durch die Patientenquittung. Damit können Sie nachvollziehen, welche Leistungen in der Praxis oder im Krankenhaus erbracht und abgerechnet wurden. Wenn Sie Ihre Patientenquittung im Anschluss an einen Arztbesuch verlangen, erhalten Sie diese kostenlos. Als gesetzlich versicherte Patientin oder Patient können Sie diesen Nachweis noch bis zwei Wochen nach Ihrer Behandlung bzw. nach der Krankenhausentlassung verlangen.

Auch von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse können Sie auf Antrag Informationen über die von Ihnen in den letzten 18 Monaten in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten erhalten.

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Patientenrechte im Krankenhaus wahrnehmen

Die Ombudsfrau im Krankenhaus oder der Ombudsmann ist in einigen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin. Auch in anderen Bundesländern gibt es diesen unabhängigen Patientenfürsprecher, der Ihre Anliegen gegenüber dem Krankenhaus vertritt. An ihn oder sie können Sie sich im Beschwerdefall wenden und sich beraten lassen. Fragen Sie nach den Sprechzeiten der Ombudsfrau oder des Ombudsmanns in Ihrem Krankenhaus.

Außerdem sind Krankenhäuser nach dem am 26. Februar 2013 in Kraft getretenen Patientenrechtegesetz bundesweit zur Einrichtung eines patientenorientierten Beschwerdemanagements verpflichtet. Dazu gehört die Einrichtung von Beschwerdemöglichkeiten, eine Unterrichtung der Patienten vor Ort über diese Beschwerdemöglichkeiten sowie eine zügige und transparente Bearbeitung der Beschwerden.

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Versandapotheken sicher nutzen

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit im Jahr 2009 ein Versandapothekenregister und ein Sicherheitslogo initiiert. Die Versandapotheke kann dieses Sicherheitslogo auf ihrer Internetseite führen und Verbraucherinnen und Verbraucher können "per Mausklick" erkennen, ob die Apotheke die behördliche Erlaubnis zum Versand apotheken- und verschreibungspflichtiger Medikamente hat. Im Internet können Sie außerdem die Liste der Versandapotheken einsehen, die das Sicherheitslogo führen können. www.dimdi.de

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Eine Selbsthilfegruppe finden

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) bietet seit 1984 Informationen über Möglichkeiten der Selbsthilfe für Betroffene und Angehörige. Diese Arbeit wird vom Bundesministerium für Gesundheit und von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Neben Aufklärungsbroschüren, Informationsblättern und Arbeitshilfen bietet NAKOS umfangreiche Adressdatenbanken zu bundesweiten Selbsthilfeorganisationen und örtlichen Selbsthilfekontaktstellen. www.nakos.de
Telefon: 030 / 31 01 89 60

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Gemeinsamer Bundesausschuss

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das zentrale Organ der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitssystem. Hauptaufgabe des G-BA ist es, in Richtlinien die Inhalte der Versorgung zu bestimmen. Seit 2004 sind vier Organisationen berechtigt, Patienteninteressen beim G-BA zu vertreten: der Deutsche Behindertenrat (DBR), die BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen und -Initiativen (BAGP), der Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) und der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv). Sie können sich mit Ihren Fragen und Belangen direkt an diese Organisationen wenden:

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