Glossar K

Krankenkasse

In der Bundesrepublik Deutschland sind gesetzliche Krankenkassen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie führen die gesetzliche Krankenversicherung und für ihre Versicherten auch die gesetzliche Pflegeversicherung durch.

Krankenkassenwahl

Versicherungspflichtige und freiwillig Versicherte können grundsätzlich wählen, bei welcher Krankenkasse sie Mitglied werden wollen. Welche Krankenkasse für Sie wählbar ist, hängt von Ihrem Wohn- oder Beschäftigungsort ab. Hier können Sie bei einer der folgenden Krankenkassen Mitglied werden:

  • die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK),
  • jede Ersatzkasse, auch solche, deren Namen auf bestimmte Berufsgruppen hinweisen,
  • eine Betriebskrankenkasse (BKK) oder Innungskrankenkasse (IKK), wenn Sie in einem Betrieb beschäftigt sind oder vor dem Rentenbezug beschäftigt waren, für den eine BKK oder IKK besteht,
  • eine Betriebs- und Innungskrankenkasse ohne Rücksicht auf die Betriebszugehörigkeit, sofern diese sich durch eine Satzungsregelung "geöffnet" hat. Bereits geöffnete Betriebs- und Innungskrankenkassen müssen dauerhaft geöffnet bleiben,
  • die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Unabhängig vom Wohn- und Beschäftigungsort ist außerdem eine Orts-, Betriebs- oder Innungskrankenkasse wählbar, wenn:

  • dort der Ehegatte/die Ehegattin oder der Lebenspartner/die Lebenspartnerin versichert ist,
  • dort zuletzt vor Beginn der Versicherungspflicht oder -berechtigung eine Mitgliedschaft oder Familienversicherung bestanden hat,
  • dort ein Elternteil des Rentners, behinderten Menschen, Jugendlichen in Jugendhilfeeinrichtungen oder Teilnehmers an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben versichert ist.
  • Als Studierende können Sie zusätzlich die Ortskrankenkasse oder jede Ersatzkasse am Ort Ihrer Hochschule wählen.

Die Entscheidung für eine Krankenkasse oder ein Wechsel sollte gut überlegt sein. Informieren Sie sich über das Angebot der Krankenkassen, z.B. über Wahltarife, Zusatzleistungen oder Bonusprogramme. Vergleichen Sie immer Kosten und Leistungen. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung ggf. von unabhängigen Verbraucherorganisationen wie den Verbraucherzentralen beraten.

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Landwirte

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau führt die Krankenversicherung der Landwirte durch. Organisation, Leistung und Finanzierung der landwirtschaftlichen Krankenversicherung sind auf die besonderen Bedürfnisse der Landwirte ausgerichtet. Auf Grund dieser Besonderheiten gelten die Wahlmöglichkeiten der Kassen nicht für die Mitglieder der landwirtschaftlichen Krankenversicherung.

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Kündigung

Der Aufwand für einen Kassenwechsel ist gering. Als gesetzlich Versicherter ist der Wechsel möglich, wenn Sie in Ihrer Krankenkasse mindestens 18 Monate versichert waren. Sobald Sie Ihre Kündigung erklärt haben, können Sie zum Ende des übernächsten Kalendermonats Ihre Kasse wechseln.

Beachten Sie die Voraussetzung für das Wirksamwerden der Kündigung. Nachdem Sie die Mitgliedschaft bei Ihrer bisherigen Krankenkasse schriftlich gekündigt haben, muss diese Ihnen unverzüglich – spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung – eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Die Kündigungsbestätigung legen Sie der neuen Krankenkasse vor, die Ihnen daraufhin eine Mitgliedsbescheinigung ausstellt. Damit die Kündigung wirksam wird, ist die Mitgliedsbescheinigung innerhalb der Kündigungsfrist der zur Meldung verpflichteten Stelle vorzulegen. Bei pflichtversicherten Beschäftigten ist dies der Arbeitgeber.

Vor Ablauf der Bindungsfrist von 18 Monaten ist eine Kündigung nur möglich, wenn die Kasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder ihren bisherigen Zusatzbeitrag erhöht (Sonderkündigungsrecht). Die Krankenkassen haben ihre Mitglieder vor dem Wirksamwerden dieser Erhebung oder Erhöhung des Zusatzbeitrags in einem gesonderten Schreiben auf das Kündigungsrecht sowie die Übersicht des GKV-Spitzenverbandes zu den Zusatzbeitragssätzen der Krankenkassen hinzuweisen.

Im Fall eines rechtswirksam ausgeübten Sonderkündigungsrechts endet die Mitgliedschaft mit Ablauf des auf die Kündigung folgenden übernächsten Kalendermonats. Dieses Sonderkündigungsrecht ist allerdings eingeschränkt, wenn ein Wahltarif für Krankengeld abgeschlossen wurde. Die Mitgliedschaft kann dann grundsätzlich frühestens zum Ablauf der für den Wahltarif geltenden dreijährigen Mindestbindungsfrist gekündigt werden.

Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie auch, wenn in Folge einer Vereinigung (Fusion) von zwei oder mehr Krankenkassen eine neue Krankenkasse entsteht und dies für Sie mit der erstmaligen Erhebung oder der Erhöhung eines Zusatzbeitrags verbunden ist.

Die Bindungsfrist von 18 Monaten gilt außerdem nicht:

  • wenn Sie freiwillig versichert sind und Ihre Mitgliedschaft kündigen wollen, weil Sie die Voraussetzung der Familienversicherung erfüllen oder eine private Krankenversicherung abschließen wollen,
  • wenn Ihre Krankenkasse in der Satzung vorgesehen hat, dass die Bindungsfrist nicht gilt, weil Sie zu einer Krankenkasse derselben Kassenart wechseln,
  • wenn für Ihren Betrieb eine Betriebs- oder Innungskrankenkasse neu errichtet wird.

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