Glossar M

Hintergrundinformationen zum Thema Masern

Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende, fieberhafte Virus-Erkrankung, die zu langwierigen Verläufen und selten auch zu schweren Komplikationen führen kann.

Die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt 8-14 Tage. Die Ansteckungszeit beginnt 3-5 Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome und hält bis vier Tage nach dem ersten Auftreten der Symptome an.

Von der Ständigen Impfkommission (STIKO), die Empfehlungen zu Impfungen in Deutschland herausgibt, wird eine erste Impfung gegen Masern als Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfung (MMR) bei Kindern im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Eine zweite Impfung sollte im Alter von 14-23 Monaten erfolgen. Für Erwachsene empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Masern - für alle, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.

Masern-Erkrankungen in Deutschland

In Deutschland kommt es immer wieder zu Masernausbrüchen, da weniger als 95% der Bevölkerung geimpft sind (Experten gehen davon aus, dass sich die Masern nicht ausbreiten können, wenn mehr als 95% der Bürger gegen Masern geimpft sind). Bisher wurde nur bei Schulanfängern in einzelnen Bundesländern eine Impfquote von 95 % erreicht. Dies zeigt, dass die vorhandenen Instrumente besser genutzt werden müssen, um die Impfquoten zu erhöhen.

Impflücken im Kindesalter schließen

Masernimpfungen erfolgen häufig zu spät, insbesondere die zweite Masernimpfung wird vielfach nicht im empfohlenen Zeitintervall verabreicht. Dies bedeutet für die betroffenen Kinder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Gerade in Gemeinschaftseinrichtungen, wie der Kita, können sich beim Auftreten von Masern daher größere Krankheitsausbrüche ereignen. Das am 25.07.2015 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention enthält zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Impfschutzes und zur Erhöhung der Impfquoten. So sollen Eltern bei der Erstaufnahme in eine Kindertageseinrichtung einen Nachweis darüber erbringen, dass vor der Aufnahme eine ärztliche Beratung in Bezug auf den Impfschutz des Kindes erfolgt ist. Dies stärkt die ärztliche Impfberatung und versetzt Eltern in die Lage, bei der Aufnahme in den Kindergarten eine sachlich fundierte Entscheidung zum Thema Impfen zu treffen. Das System der Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wird so ergänzt. Beim Auftreten von Masern in einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita, Schule, Hort) können die zuständigen Behörden nach dem Präventionsgesetz ungeimpfte Kinder vorübergehend ausschließen.

Große Impflücken besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Impflücken zeigen sich gegenwärtig auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. An alle impfenden Ärztinnen und Ärzte sollte daher appelliert werden, jede Gelegenheit zur Überprüfung des Impfstatus ihrer Patientinnen und Patienten zu nutzen und vorhandene Impflücken zu schließen. Bei der Impflückenschließung im Erwachsenenalter spielen die Betriebsärzte eine wichtige Rolle. Um die Impfquoten zu erhöhen, ergreift das Bundesministerium für Gesundheit zahlreiche Maßnahmen. Dazu gehören beispielsweise die Kampagne der BZgA "Deutschland sucht den Impfpass" und die Aufklärungsblätter über die MMR-Impfungen des RKI in 15 Sprachen. Das Präventionsgesetz regelt, dass künftig der Impfschutz bei allen Routine-Gesundheitsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie den Jugendarbeitsschutzuntersuchungen überprüft werden soll. Auch Betriebsärzte sollen künftig allgemeine Schutzimpfungen vornehmen können.

Risiko, an Komplikationen oder Spätfolgen zu erkranken

Das Risiko, dass eine Masern-Infektion zu schwerwiegenden Komplikationen führt, ist bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren erhöht. Durch eine vorübergehende Immunschwäche kommt es nach einer Masernerkrankung zu anderen Erkrankungen wie z.B. Durchfall, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Enzephalitiden. Als Spätfolge kann die so genannte subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auftreten, eine schwere und stets tödlich verlaufende Gehirnerkrankung.

Maserneliminierung als Ziel in der Völkergemeinschaft

Deutschland hat sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, bis 2015 die Masern und Röteln zu eliminieren. Neben Deutschland unterstützen 52 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa das Ziel der Röteln- und Masernelimination. Auch wenn die Masernelimination bis 2015 nicht geglückt ist, wirkt das Bundesministerium für Gesundheit mit allen beteiligten  Personengruppen und Institutionen darauf hin, dass in Deutschland niemand mehr an Masern erkranken muss.

Nach oben

Übersicht wichtiger Links

Fußleiste

© 2016 Bundesministerium für Gesundheit
Zum Seitenanfang