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Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz

Produktivität, Mobilität, Flexibilität: Die Bedingungen, unter denen Berufstätige heute ihrer Arbeit nachgehen, erfordern eine hohe Anpassungsfähigkeit. Neue Technologien stellen Beschäftigte in immer kürzerer Zeit vor neue Herausforderungen und den Anspruch, ständig verfügbar und erreichbar zu sein. Aus Angst, dabei nicht mithalten zu können, stellen viele ihre Arbeit uneingeschränkt in den Lebensmittelpunkt. Experten nennen das „Entgrenzung“: Erhöhte Eigenverantwortung und die steigende Komplexität der Berufsanforderungen führen dazu, dass die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwimmen. Der Druck nimmt zu, die Selbstbestimmung über das eigene Leben nimmt ab.

Seelische Erkrankungen fordern hohe Kosten
Der Stress, den viele Menschen täglich spüren, führt zu einer starken psychischen Belastung. In der Europäischen Union sind Schätzungen zufolge rund 50 Millionen Menschen von Depressionen, Erschöpfung und Suchterkrankungen betroffen. Gesellschaftlich werden emotionale und seelische Nöte oft tabuisiert und Betroffenen als Schwäche ausgelegt. Diese fühlen sich dadurch unverstanden und ausgegrenzt, was sich negativ auf Präventions- und Heilungsmaßnahmen auswirkt.
Das stellt das Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Denn nicht nur die Versorgungskosten zur Behandlung dieser Erkrankungen sind hoch: Insbesondere soziale und wirtschaftliche Verluste, beispielsweise durch eingeschränkte Produktivität am Arbeitsplatz, führen zu einem betriebs- und volkswirtschaftlichen Schaden.

Prävention im Unternehmen zahlt sich aus
Psychische Erkrankungen sind immer häufiger der Grund für Fehlzeiten und den frühzeitigen Einstieg in das Rentenalter. Rund zehn Prozent aller Fehltage gehen auf Erkrankungen der Psyche zurück. Dabei sind sämtliche Altersgruppen der Erwerbstätigen betroffen. So nehmen auch psychische Störungen unter jungen Erwerbstätigen zu. Deshalb gewinnen Prävention und die Förderung der Psychischen Gesundheit als Teil eines nachhaltigen betrieblichen Managements zunehmend an Bedeutung, denn die Gesundheit der Beschäftigten trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen bei.
Doch nicht jeder Betrieb besitzt die finanziellen und personellen Kapazitäten für die betriebliche Gesundheitsförderung. Vor allem kleine und mittelständische Firmen sind auf die Vernetzung mit überbetrieblichen Akteuren angewiesen, die sie dabei unterstützen.

Politik muss national und international handeln
Das „Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit“ setzt sich bereits heute für eine bundesweite Aufklärung ein. Es vernetzt Initiativen und unterstützt Projekte zur seelischen Gesundheit, die sich gegen die Stigmatisierung Betroffener einsetzen.
Diesen Ansatz will das Gesundheitsministerium mit Blick auf die Gesundheit der Beschäftigten in Unternehmen im Rahmen der gemeinsam mit der Europäischen Kommission am 3. und. 4. März in Berlin veranstalteten Konferenz auch im europäischen Kontext diskutieren.  Ziel ist es, die Prävention psychischer Krankheiten EU-weit zu fördern und das Verständnis für Betroffene stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

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Staatssekretär Stefan Kapferer spricht auf dem Podium.

Bild 1 von 3: „Bei der Vermeidung psychischer Erkrankungen kommt der Arbeitswelt eine Schlüsselrolle zu, deshalb sieht die Bundesregierung in der betrieblichen Gesundheitsförderung einen Schwerpunkt der künftigen Präventionsstrategie", sagte Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, zur Eröffnung der EU-Konferenz "Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz" am 3. März 2011 in Berlin.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Staatssekretär Stefan Kapferer spricht auf dem Podium.

Bild 2 von 3: Staatssekretär Stefan Kapferer bei seinem Grußwort in Berlin.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Plakat Kongress Seelische Gesundheit

Bild 3 von 3: In Vorträgen und in Gesprächsrunden erörtern rund 350 Teilnehmer aus allen europäischen Mitgliedstaaten die Vorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

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