Trotz der insgesamt guten gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind ihre Chancen auf ein von Krankheit und Gesundheitsstörungen unbelastetes Leben nicht gleich verteilt. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien leiden unter erhöhten Gesundheitsrisiken durch den Lebensstil und die Lebensumstände der Familien. So sind Kinder in den unteren Sozialschichten überdurchschnittlich häufig von Verkehrsunfällen, verschiedenen Krankheiten, Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten betroffen. Teilweise treffen die Befunde auch auf Kinder aus Migrantenfamilien zu.
Die Bundesregierung hat deshalb die "Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit" beschlossen. Ausgangspunkt der Strategie ist das Ergebnis der Kinder- und Jugendgesundheitsumfrage. Darin sind erstmalig umfassende und repräsentative Daten zur Gesundheit, zum Gesundheitsverhalten und zur Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zusammengestellt worden. Mit der Strategie Kindergesundheit bündelt die Bundesregierung die verschiedenen Initiativen zur Förderung der Kindergesundheit, die weit über das Gesundheitswesen hinaus in alle Bereiche hineinwirken.
Die Strategie enthält Initiativen zu folgenden zentralen Handlungsfeldern:
Prävention und Gesundheitsförderung ausbauen
Die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder werden ausgebaut und die Beteiligung an Impfungen soll weiter erhöht werden. Zum 1. Januar 2009 wurde zum Beispiel eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen bei Neugeborenen als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM festgelegt werden, sollen helfen, der Fehlernährung und dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Der Nichtraucherschutz bei Jugendlichen wird weiter gefördert. Gleichzeitig werden neue problematische Formen des Alkoholkonsums gezielt bekämpft.
Gesundheitliche Chancengleichheit fördern
Frühe und aufsuchende Hilfen sollen verstärkt Familien in belasteten Lebenslagen erreichen. Mit dem Aktionsprogramm "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" fördert die Bundesregierung den Schutz von Kindern unter drei Jahren vor Vernachlässigung und Misshandlung. Ziel ist es, die elterliche Erziehungskompetenz in den Bereichen Gesundheit und Ernährung durch Informations- und Aufklärungsmaßnahmen und Angebote der Gesundheits- und Familienbildung zu fördern.
Gesundheitliche Risiken mindern
Durch verschiedene Maßnahmen sollen Unfälle im Heim- und Freizeitbereich ebenso wie im Straßenverkehr weiter verringert werden. Belastungen aus der Umwelt sollen reduziert und Arzneimittel für Kinder sollen sicherer werden.
Situation beobachten, Grundlagen erforschen und Risiko- und Schutzfaktoren ermitteln
Ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring wird Präventionserfolge überprüfen und künftige Trends bei der Kindergesundheit erkennen helfen. Unterstützt wird dies durch gezielte Forschung, die ermöglicht, dass Schutz- und Risikofaktoren für die gesundheitliche Entwicklung der Heranwachsenden noch besser identifiziert werden können.
Expertise zum Thema "Ganzheitliche Förderung der psychischen Gesundheit in der Ganztagsschule"
Die Schule ist - neben dem Elternhaus - ein bedeutsamer Ort im Prozess des Erwachsenwerdens, an dem Kinder und Jugendliche sich auch einen gesundheitsfördernden Lebensstil aneignen sollten. Gerade im zunehmend ganztägigen Arbeits- und Lebensraum Schule ist es heute am besten möglich, der steigenden Anzahl auffälliger, lernschwacher oder gesundheitlich beeinträchtigter Kinder und Jugendliche frühzeitig und systematisch mit präventiven Hilfsangeboten zu begegnen. Die Schule kann einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung der Gesundheit von Kindern aus allen sozialen Schichten leisten.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Gesundheit ein Projekt zur Entwicklung einer Konzeption "Förderung psychischer Gesundheit an Ganztagsschulen" gestartet. Das Konzept wird nunmehr nach der erfolgreich verlaufenen Pilotphase am Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften der Universität Lüneburg erprobt.
Projektlaufzeit ist von Oktober 2010 bis Dezember 2011.
![Logo: Bundesministerium für Gesundheit - zur Startseite [ALT+1]](/fileadmin/templates/img/misc/bmg-logo-171x85.png)



