Gesundheitsberufe

Zahnärzte

Numerus clausus

Im zahnmedizinischen Studiengang bestehen an allen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland Zulassungsbeschränkungen. Die Studienplätze werden zentral durch die Stiftung für Hochschulzulassung (ehemals: Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) in Dortmund nach einem von den Ländern festgelegten Zulassungsverfahren vergeben. Darüber hinaus können auch die Hochschulen selbst Bewerber auswählen.

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Abitur

Die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zur Änderung anderer approbationsrechtlicher Vorschriften vom 10.11.1999 (BGBl. I S. 2162) beinhaltet u. a. die Abschaffung der allgemeinen Hochschulreife als obligatorische Prüfungsvoraussetzung für die Studiengänge der akademischen Heilberufe. An die Stelle der allgemeinen Hochschulreife" tritt die Hochschulzugangsberechtigung" der Länder. Somit wird den Ländern das Recht eingeräumt, auch Personen ohne allgemeine Hochschulreife (Abitur) den Zugang zum Studium der Heilberufe zu eröffnen. Die Umsetzung fällt in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer.

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Studienverlauf

Die zahnärztliche Ausbildung und der Zugang zum zahnärztlichen Beruf ist im Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 16.04.1987, zuletzt geändert durch Artikel 33 des Gesetzes vom 6.12.2011 und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Approbationsordnung für Zahnärzte (ZAppO) vom 26.01.1955, zuletzt geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 21.07.2014, bundeseinheitlich geregelt.

Nach geltendem Recht (2 ZAppO) umfasst die zahnärztliche Ausbildung:

  1. ein Studium der Zahnheilkunde von 10 Semestern (5 Jahren) an einer wissenschaftlichen Hochschule, das sich aus einem vorklinischen und einem klinischen Teil von je 5 Semestern zusammensetzt;
  2. folgende staatliche Prüfungen:
  • die naturwissenschaftliche Vorprüfung,
  • die zahnärztliche Vorprüfung und
  • die zahnärztliche Prüfung.

Die Regelstudienzeit im Sinne des Hochschulrahmengesetzes beträgt einschließlich der Prüfungszeit für die zahnärztliche Prüfung 5 Jahre und 6 Monate. Das Studium umfasst die theoretische und praktische Ausbildung. Die Approbationsordnung für Zahnärzte legt die Pflichtunterrichtsveranstaltung (Vorlesungen, Praktische Übungen, Kurse etc. (19 Abs. 3 a,b 26 Abs. 4 a,b und 36 Abs. 1a,b,c ZAppO) fest. Die Hochschulen können weitere Unterrichtsveranstaltungen anbieten.

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Prüfungen

Die zahnärztliche Ausbildung umfasst folgende Prüfungen, bei denen es sich um staatliche Prüfungen handelt (4 ZAppO):

Die naturwissenschaftliche Vorprüfung (19 ZAppO), die frühestens nach einem Studium der Zahnmedizin von zwei Semestern abgelegt werden kann, die zahnärztliche Vorprüfung (26 ZAppO), die frühestens nach einem Studium der Zahnmedizin von fünf Semestern und Bestehen der zahnärztlichen Vorprüfung abgelegt werden kann und die die Ausbildung abschließende zahnärztliche Prüfung (33, 34 ZAppO), die frühestens nach einem Studium der Zahnmedizin von fünf Semestern nach Bestehen der zahnärztlichen Vorprüfung abgelegt werden kann (somit frühestens nach 10 Semestern).

Die naturwissenschaftliche Vorprüfung (21 ZAppO) umfasst die Fächer Physik, Chemie und Zoologie oder Biologie.

In der zahnärztlichen Vorprüfung (28 ZAppO) werden in den Fächern Anatomie, Physiologie, physiologische Chemie und Zahnersatzkunde Prüfungen abgelegt.

Bei der zahnärztlichen Prüfung (40 ZAppO) sind wissenschaftliche und praxisorientierte Fähigkeiten und Kenntnisse auf folgenden Prüfungsgebieten nachzuweisen:

  • Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie
  • Pharmakologie
  • Hygiene, med. Mikrobiologie und Gesundheitsfürsorge
  • Innere Medizin
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
  • Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
  • Chirurgie
  • Zahnerhaltungskunde
  • Zahnersatzkunde
  • Kieferorthopädie

Alle Prüfungen werden mündlich bzw. mündlich-praktisch durchgeführt. Sie enthalten schriftliche Anteile, soweit Befundberichte, Berichte über Krankheitsfälle und Heilpläne aufzustellen sind. In den Prüfungen hat der Prüfling theoretische und praktische Tätigkeiten und Fertigkeiten nachzuweisen.

Im Verlauf des Studiums finden außerdem laufend Leistungskontrollen statt. Der Besuch der vorgeschriebenen Pflichtunterrichtsveranstaltungen ist bei der Meldung zu den Prüfungen nachzuweisen. Der Erfolg der Teilnahme wird i.d.R. durch mündliche oder schriftliche Leistungskontrollen durch den betreffenden Hochschullehrer festgestellt.

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Prüfungszeugnisse

Über das Bestehen der jeweiligen Prüfungen erhält der Prüfling vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses ein Zeugnis nach vorgeschriebenem Muster. Das Zeugnis über die staatliche zahnärztliche Prüfung ist das Abschlusszeugnis. Dieses Zeugnis ist ein der gegenseitigen Anerkennung in den Mitgliedstaaten der EWR unterliegendes zahnärztliches Diplom über ein abgeschlossenes, den Vorschriften des EU-Rechts entsprechendes Hochschulstudium der Zahnheilkunde.

Die Approbation als Zahnarzt wird auf Antrag bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen (körperliche Eignung; charakterliche Eignung; Sprachkenntnisse) (2, 13a ZHG) erteilt. Die Zuständigkeit für die Erteilung der Approbation als Zahnarzt bzw. der Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des zahnärztlichen Berufs liegt bei den zuständigen Gesundheitsbehörden der Länder (16 ZHG). Die Approbation berechtigt zur uneingeschränkten Ausübung des zahnärztlichen Berufs.

Zur Erlangung des Grades eines Doktors der Zahnheilkunde (Dr. med. dent.) sind erforderlich:

  • bestandenes Staatexamen
  • Anfertigung einer genügenden Doktorschrift
  • bestandene mündliche Doktorprüfung.

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Weiterbildung

Die fachzahnärztliche Weiterbildung richtet sich nach den Kammer- bzw. Heilberufsgesetzen der Länder und den aufgrund dieser Gesetze erlassenen Weiterbildungsordnungen der Landeszahnärztekammern.

In den Weiterbildungsordnungen finden sich neben Regelungen für Dauer und Inhalt der Weiterbildung Definitionen für die einzelnen Fachgebiete. Die Weiterbildungsordnungen in den Ländern sind in ihren wesentlichen Inhalten gleich.

Zahnärzte in der Weiterbildung sind hauptberuflich als angestellte Zahnärzte tätig und erhalten eine Vergütung als Assistenzzahnarzt. Der Zahnarzt erhält nach erfolgreicher Beendigung der vorgeschriebenen Weiterbildung, die u.a. in einer Prüfung nachgewiesen wird, von der zuständigen Zahnärztekammer die Anerkennung, die zum Führen der Gebietsbezeichnung berechtigt.

Fachzahnärztliche Weiterbildungen sind vorgesehen in:

  • Kieferorthopädie
  • Oralchirurgie bzw. Zahnärztliche Chirurgie
  • Öffentliches Gesundheitswesen.

Regelungen über die Zulassung und Tätigkeit als Vertragszahnarzt im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung enthält das Vertragszahnarztrecht.

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Berufsausübung

Voraussetzung für die zahnärztliche Berufsausübung ist in der Regel der Besitz einer Approbation als Zahnarzt oder einer Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des zahnärztlichen Berufs.

Die Regelung der Berufsausübung der Zahnärzte ist grundsätzlich Sache des Landesrechts. Aufgrund von weitgehend übereinstimmenden Kammer- bzw. Heilberufsgesetzen in den einzelnen Bundesländern sind die Zahnärztekammern errichtet worden. Sie unterstehen der staatlichen Aufsicht. Aufgrund ihres Satzungsrechts erlassen die Zahnärztekammern mit Zustimmung der zuständigen Landesbehörden u.a. Berufs- und Weiterbildungsordnungen und regeln neben der Errichtung berufsständischer Versorgungseinrichtungen die Rechte und Pflichten der Berufsangehörigen im Einzelnen.

Danach sind Zahnärzte allgemein verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen im Zusammenhang mit dem Beruf entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Nach den Kammer- bzw. Heilberufsgesetzen der Länder kann die Verletzung von Berufspflichten in einem Berufsgerichtsverfahren geahndet werden. Das Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde ( 4, 5 ZHG) sieht die Möglichkeit vor, die Approbation als Zahnarzt zurückzunehmen bzw. ruhen zu lassen, wenn der Zahnarzt sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des zahnärztlichen Berufs ergibt.

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