Versicherte

Studierende

Versicherungspflicht

Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen sind bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie nicht familienversichert sind. Entsprechend dem Grundsatz „Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung“ sind sie dann auch versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung. Nach Abschluss des 14. Fachsemesters oder nach Vollendung des 30. Lebensjahres sind sie nur versicherungspflichtig, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe (zum Beispiel der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungsweges) eine Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen (§ 5 Absatz 1 Nummer 9 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB V).

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Familienversichert

Studierende, die bei einem gesetzlich krankenversicherten Familienmitglied (Vater, Mutter, eventuell Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner) mitversichert sind, zahlen keinen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Mitversicherung bei einem Elternteil ist jedoch maximal bis zum vollendeten 25. Lebensjahr möglich. Eine Wehr- oder Zivildienstzeit verlängert die Familienversicherung um die Dienstpflichtzeit. Dies gilt auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch einen freiwilligen Wehrdienst, einen Bundesfreiwilligendienst, ein freiwilliges ökologisches bzw. soziales Jahr, einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer für die Dauer von höchstens 12 Monaten, wenn der jeweilige Dienst nach dem 30. Juni 2011 aufgenommen worden ist. Voraussetzung für die Familienversicherung ist unter anderem, dass der mitversicherte Familienangehörige kein Gesamteinkommen hat, dass den Betrag von monatlich 415 Euro im Jahr 2016 beziehungsweise bei geringfügiger Beschäftigung von monatlich 450 Euro regelmäßig übersteigt.

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Beitragssatz

Für versicherungspflichtige Studierende und Praktikanten sowie freiwillig versicherte Mitglieder, die Schüler einer Fachschule oder Berufsfachschule sind, sowie für Auszubildende des Zweiten Bildungswegs, sofern sie sich in einem nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz förderungsfähigen Teil der Ausbildung befinden, gilt für die gesetzliche Krankenversicherung ein besonderer Beitragssatz. Er beträgt sieben Zehntel des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung, was einem Beitragssatz in Höhe von 10,22 Prozent entspricht. Daneben können Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag erheben.

Der Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung beträgt 2,35 Prozent. Kinderlose Studierende haben ab dem 23. Lebensjahr einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent zu zahlen.

Als beitragspflichtige Einnahmen gilt der pauschal nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) anerkannte monatliche Bedarf eines auswärtig untergebrachten Studierenden in Höhe von derzeit 597 Euro (ab dem 1. August 2016 in Höhe von 649 Euro). Für die Höhe der beitragspflichtigen Einnahmen ist es unerheblich, ob der Versicherte die Leistung nach dem BAföG tatsächlich in voller Höhe, gekürzt oder überhaupt nicht erhält.

Zur Krankenversicherung sind dementsprechend monatlich 61,01 Euro (ab dem Wintersemester 2016/2017 66,33 Euro) zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrages zu zahlen. Zur Pflegeversicherung beträgt der Beitrag aktuell 14,03 Euro (ab dem Wintersemester 2016/2017 15,25 Euro) beziehungsweise 15,52 Euro für Kinderlose (ab dem Wintersemester 16,87 Euro).

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Befreiung von der Versicherungspflicht

Wer durch die Einschreibung als Studierender versicherungspflichtig wird, kann sich auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Ist die Befreiung von der Versicherungspflicht ausgesprochen, kann sie während des gesamten Studiums nicht mehr widerrufen werden. Sie wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Eine erneute Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist erst dann wieder möglich, wenn ein anderer zur Versicherungspflicht führender Tatbestand eintritt, zum Beispiel die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nach Abschluss des Studiums.

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Freiwillige Versicherung

Endet die Versicherungspflicht als Studierender (zum Beispiel wegen Überschreitens der Höchstsemesterzahl/des Höchstalters), so setzt sich die Versicherung als freiwillige Mitgliedschaft fort, es sei denn, das Mitglied erklärt innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten seinen Austritt. Der Austritt wird nur dann wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

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Studium im Ausland

Voraussetzung für die Versicherungspflicht von Studierenden ist, dass sie an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland eingeschrieben sind. Diese Versicherungspflicht bleibt auch bei einem vorübergehenden Auslandsstudium bestehen, wenn die Einschreibung bei der Hochschule fortbesteht. Der Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse bleibt hier grundsätzlich erhalten, wenn das Auslandsstudium in einem Land der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraumes oder in einem anderen Land aufgenommen wird, mit dem seitens der deutschen Sozialversicherung ein Sozialversicherungsabkommen besteht, das die Krankenversicherung einbezieht. In diesem Rahmen können im Ausland Leistungen der dortigen gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch genommen werden, die von der ausländischen mit der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden (sogenannte Sachleistungsaushilfe).

Bei einem Auslandsstudium in anderen als den vorgenannten Ländern ruht hingegen der Leistungsanspruch während des Auslandsaufenthaltes. Bestehen bleibt der jederzeitige Leistungsanspruch im Inland, zum Beispiel bei einer plötzlichen Rückkehr wegen Erkrankung sowie für gegebenenfalls zurückbleibende mitversicherte Familienangehörige. Gleiches gilt für eine Familienversicherung von Studierenden. Diese besteht zwar bei einem Studium im Ausland fort, wenn der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt im Inland beibehalten wird, wovon bei Studierenden in der Regel auszugehen ist. Aber auch hier ruht der Leistungsanspruch während des Auslandsaufenthalts.

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