Nationaler Krebsplan

Nationaler Krebsplan

Der Nationale Krebsplan stellt sich vor

Dank großer Fortschritte bei Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Dennoch stehen wir vor wachsenden Herausforderungen.

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass im Jahr 2010 mehr als 477.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankten. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen hat zwischen 2000 und 2010 bei Frauen um 14 % und bei Männern um 21 % zugenommen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen. Mehr als 218.000 Menschen starben im Jahr 2010 an den Folgen ihrer Krebserkrankung (http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/ZfKD/Aktuelles/KID_datenbank.html). Damit ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Durch steigende Neuerkrankungsraten sind zunehmend mehr Personen und deren Angehörige von individuellem Leid betroffen. Deshalb wollen wir Problembereiche in der Krebsfrüherkennung und Krebsversorgung anpacken. Wir wollen die Aktivitäten aller an der Krebsbekämpfung Beteiligten wirksamer aufeinander abstimmen und ein zielorientiertes Vorgehen forcieren.

Diesem Ziel dient der Nationale Krebsplan, den das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft (www.krebsgesellschaft.de), der Deutschen Krebshilfe (www.krebshilfe.de) und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (www.tumorzentren.de) am 16. Juni 2008 initiiert hat. Dabei ist es gelungen, Länder, Krankenkassen, Rentenversicherung, Leistungserbringer, Wissenschaft und Patientenverbände als engagierte Partner für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Die Schwerpunkte des Nationalen Krebsplans liegen zunächst auf folgenden vier Handlungsfeldern:

  1. Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung
  2. Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung
  3. Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung (Schwerpunkt zunächst auf onkologischer Arzneimitteltherapie)
  4. Stärkung der Patientenorientierung.

Für die zielgerichtete Bearbeitung der vier Handlungsfelder wurden insgesamt 13 Ziele mit weiteren Teilzielen formuliert und Empfehlungen zu ihrer Umsetzung erarbeitet. Die aktuellen Umsetzungsempfehlungen sind in einem Informationspapier zusammengefasst. Die Krebsforschung, insbesondere die Versorgungsforschung, wird als Querschnittsthema in den Handlungsfeldern berücksichtigt. Mit der Aufnahme eines Nationalen Krebsplans setzt Deutschland auch entsprechende Empfehlungen der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation um.

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